Bayer 04 Leverkusen: Heiko Herrlich mit Sonderlob für die Werkself

Sonderlob vom Trainer : Herrlich gefällt Bayers neue Seriösität

Der 3:0-Erfolg gegen den Oberligisten Sportfreunde Siegen hätte ohne Weiteres auch zweistellig ausfallen können. Verglichen mit den verpatzten Testspielen im Vorjahr attestiert Trainer Heiko Herrlich der Werkself deutliche Fortschritte.

Der Blick zurück ist freilich die sinnvollste Maßnahme, um eine Entwicklung festzustellen. Insofern lohnt es, auf den Juli 2017 zu blicken. Die Werkself stolperte durch die Vorbereitung. Einem 6:0-Sieg gegen den Oberligisten VfB Speldorf folgte eine 0:3-Pleite gegen den Drittligisten Würzburger Kickers und ein 2:2 gegen den Regionalligisten Bonner SC. Vor der Weiterreise ins Trainingslager machte die Werkself in Sandhausen einen Zwischenstopp. 2:3 (2:1) endete der Vergleich mit dem Zweitligisten.

Die bisherige Testspielbilanz von Bayer 04 sieht deutlich freundlicher aus: Erst ein 7:0-Sieg beim Kreisligisten Roßbach/Verscheid, und nun ein 3:0-Erfolg beim Oberligisten Sportfreunde Siegen, der auch um fünf oder sechs Tore höher hätte ausfallen können. Lars Bender (18.), Lucas Alario (20.) und Kevin Volland (27.) trafen für die Gäste aus dem Rheinland. Leon Bailey und zwei Mal Karim Bellarabi lieferten die Vorlagen.„Wir haben seriös gespielt und uns zahlreiche Chancen erarbeitet. Jetzt müssen wir weiter an der Technik arbeiten“, sagte Trainer Heiko Herrlich. Er war mit der Partie vor rund 1600 Zuschauern insgesamt zufrieden – vor allem, wenn man sich die holprigen Testspiele vor der vergangenen Saison anschaut.

„Du kannst nicht erwarten, dass du Ligaspiele gewinnst, wenn du schon in der Vorbereitung schwach spielst“, betonte Herrlich. Im vergangenen Jahr hätten die Ergebnisse aus den Freundschaftsspielen nicht gepasst. Man dürfe allerdings auch nicht die derzeit sehr hohe Trainingsintensität in der Vorbereitung vergessen. „Umso bemerkenswerter ist, dass die Spieler die Testspiele so gut annehmen.“

Man könnte auch sagen: ernst nehmen. Das liegt wohl auch daran, dass die erste Runde des DFB-Pokals am 18. August (15.30 Uhr) mit dem 1. CfR Pforzheim ebenfalls einen Oberligisten bereithält. „Im Fokus ist für mich natürlich der erste Spieltag – und das ist das Spiel in Pforzheim“, betonte Herrlich. Er erwartet vom Klub aus Baden-Württemberg ein ähnliches Niveau wie nun in Siegen. „Jahr für Jahr zeigen die Außenseiter, dass sie für Überraschungen gut sind. Deswegen müssen wir uns gut vorbereiten.“

In der Hinsicht war das Spiel im Siegerland sinnvoll. „Das war nach der harten Trainingswoche ein sehr guter Test für uns“, sagte Herrlich. „Wir haben bewusst nicht ökonomisch gespielt und immer auf die direkte Balleroberung gesetzt.“ Das sei natürlich kraftraubend, habe aber zumindest bis zur 60. Minute gut geklappt, ehe die Beine müde wurden. „Da waren einige dann wirklich durch“, sagte Herrlich. Für Siegen hatte der 46-Jährige viel Lob übrig: „Es ist nicht alltäglich, dass sich so ein Gegner nicht nur tief hinten reinstellt, sondern versucht, mitzuspielen.“

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