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Bayer 04 Leverkusen hat eine Lücke im Zentrum

Viele Ausfälle : Bayer 04 hat eine Lücke im Zentrum

Die Gelbsperre von Kerem Demirbay wirft Fragen für das Heimspiel am Samstag gegen den FC Augsburg auf. In Robert Andrich steht Trainer Gerardo Seoane vermutlich nur ein gelernter Sechser zur Verfügung.

Keinen anderen Mannschaftsteil hat Bayer 04 vor dieser Saison breiter besetzt. Nun droht der Werkself aber ausgerechnet im defensiven Mittelfeld ein Engpass. Vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg steht Trainer Gerardo Seoane in Robert Andrich womöglich nur ein gelernter Sechser zur Verfügung. Der Schweizer muss also improvisieren – und zieht vermutlich auch einen Systemwechsel in Betracht.

Julian Baumgartlinger hat bislang nur an den ersten beiden Spieltagen mitwirken können, ehe er sich erneut am Knie operieren lassen musste. Am Dienstag absolvierte der Kapitän der österreichischen Nationalmanschaft ein erstes individuelles Training mit Ball auf dem Rasenplatz an der BayArena. Bis der Defensivallrounder jedoch wieder aktiv mithelfen kann, wird es aber noch eine Weile dauern.

Ein weiterer Kandidat für eine der beiden Positionen vor der Abwehr wäre Exequiel Palacios. Der Copa-América-Sieger von 2021 hat allerdings seit dem Jahreswechsel aufgrund von Rückenbeschwerden noch kein Spiel bestritten und fehlte auch in dieser Woche beim Training mit der Mannschaft. Charles Aránguiz plagt sich weiter mit Wadenproblemen herum und hat bislang erst Teile des Teamtrainings mitmachen können. Da Kerem Demirbay aufgrund seiner fünften Gelben Karte gegen den FCA ausfällt, sind die Optionen für Seoane also begrenzt. Nadiem Amiri ist zudem wohl kein Kandidat mehr für die Startelf. Sein Wechsel zum CFC Genua wird immer konkreter. Der 25-Jährige und das Schlusslicht der Serie A sollen sich über die Vertragsmodalitäten bereits einig sein.

Eine Möglichkeit, die Lücke im Zentrum zu schließen, ist, Florian Wirtz eine Position nach hinten zu verschieben. Der Meinung von Kapitän Lukas Hradecky zufolge sei das kein Problem. „Florian Wirtz kann überall spielen, zur Not auch als linker Verteidiger“, sagt er nur halb im Scherz. „Er hat so eine Übersicht und Qualität, dass es mich nicht überraschen würde, wenn er auf der Sechs spielen könnte. Der Trainer wird dafür schon eine Lösung finden. Vielleicht spielen wir aber auch nur mit einem Sechser – wer weiß?“ Ein 4-3-3 käme den vielen Offensivkräften im Kader sicher entgegen.

Mit Augsburg kommt so etwas wie der Lieblingsgegner der Leverkusener in die BayArena. In 21 Aufeinandertreffen in der Liga ist der Werksklub noch nie als Verlierer vom Feld gegangen. „Das ist eine krasse Statistik und die wollen wir natürlich auch so behalten“, betont Hradecky. Er ist guten Mutes, dass die Serie auch am Samstag weitergeführt werden kann. „Ich habe ganz ehrlich ein gutes Gefühl. Aber wir können uns nichts mehr leisten – egal, gegen wen wir spielen.“ Der erfolgreiche Auftritt am vergangenen Wochenende bei Borussia Mönchengladbach (2:1) habe Hoffnung gemacht, „dass es langsam mal wieder Richtung weiße Weste geht – und ich hätte nichts dagegen, wenn es gegen Augsburg passiert.“