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Bayer 04 Leverkusen hat beim 1:2 in Hoffenheim eine rätselhafte Blockade

Wundertüte Werkself : Bayer hat eine rätselhafte Blockade

Bayer Leverkusen hat am Wochenende eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Wenn es um den Anschluss an die Top Vier geht, stolpert die Werkself zuverlässig.

Die Stimmungslage bei Bayer Leverkusen lässt sich meistens gut an Fernando Carros Mimik nach dem Schlusspfiff ablesen. Nach dem 1:2 (1:1) bei der TSG Hoffenheim eilte der Geschäftsführer mit hängenden Mundwinkeln und zusammengezogenen Augenbrauen durch die Gänge des Stadions – untrügliche Anzeichen für schlechte Laune. Bevor Carro mit unbekanntem Ziel hinter einer der Türen verschwand, ordnete er im Vorbeigehen die Niederlage treffend ein: „Das sind genau die Spiele, die wir eigentlich gewinnen müssen.“ Es ist ein Satz, der die große Macht des kleinen Wortes „eigentlich“ sehr anschaulich macht.

Mit frappierender Regelmäßigkeit versagt die Werkself, wenn es darum geht, direkten Anschluss an die Top Vier herzustellen – oder gar einen der ersehnten Champions-League-Plätze zu erobern. Am siebten Spieltag hätte ein Sieg gegen Leipzig Platz vier bedeutet. Es folgte ein 1:1. Ein paar Wochen später stand ein 2:2 gegen Bremen dem Sprung in die Spitzengruppe im Weg. Und dann war da noch das desolate 0:2 beim damaligen Schlusslicht Köln, über das Bayer nach Siegen in München und gegen Schalke stolperte. Am Wochenende folgte das nächste Kapitel. Mit einem Sieg in Hoffenheim wäre der Rückstand zu Platz vier auf zwei Punkte zusammengeschmolzen. So aber sind es fünf – und die TSG konnte ihrerseits wieder den Anschluss an Leverkusen herstellen.

„Wir haben es sehr schlecht gemacht und zurecht verloren“, sagte Trainer Peter Bosz nach überdurchschnittlich unterhaltsamen 90 Minuten, in denen Moussa Diaby die Werkself in Führung brachte (11.), ehe Andrej Kramaric (23.) und Robert Skov (65.) das Spiel drehten. „Wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir schon in der ersten Halbzeit mehr Tore schießen.“ Möglichkeiten dazu gab es mehr als genug.

Die mangelhafte Chancenverwertung ist ein Dauerthema in Leverkusen. Doch an fehlender Qualität in der Offensive kann das angesichts von Spielern wie Kevin Volland, Kai Havertz, Karim Bellarabi, Leon Bailey oder Diaby kaum liegen. Der Angriff der Hoffenheimer ist nominell jedenfalls nicht stärker besetzt. Ist Bayers Blockade etwa ein Kopfproblem? „Ich hoffe es nicht und kann es mir nicht vorstellen“, wiegelte Bosz ab. „Es ist nur positiver Druck, den wir spüren.“

Insofern sollten das DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen Zweitligist Stuttgart sowie das Topspiel gegen Dortmund am Samstag (beide 18.30 Uhr) ein Vergnügen für Team und Trainer werden. Wie gesagt, eigentlich.