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Bayer 04 Leverkusen: Hannes Wolf zieht zu 95 Prozent positives Fazit

Kein Groll zum Abschied : Hannes Wolfs Fazit fällt zu 95 Prozent positiv aus

Hannes Wolf sieht in seiner Zeit als Interimstrainer von Bayer Leverkusen eine durchweg bereichernde Erfahrung, die nur durch Verletzungspech getrübt wird. Nun freut er sich auf die Rückkehr zum DFB – und das Saisonfinale in Dortmund.

Wenn Hannes Wolf auf seine kurze, aber intensive Zeit bei Bayer Leverkusen zurückblickt, ist kein Groll dabei. Ende März übernahm er die strauchelnde Mannschaft von Peter Bosz. Seine Mission, das Mindestziel Platz sechs und damit die Europa League zu sichern, hat er erfüllt. „Ich denke zu 95 Prozent sehr postitiv über die acht Wochen in Leverkusen, weil wir die Ziele erreicht und nur einmal verloren haben – in München. Das kann passieren.“ Aber der 40-Jährige nimmt auch abseits des rein sportlichen viel aus seiner Zeit beim Werksklub mit. „In der Beziehung zu Menschen, in der Art wie wir trainiert und gearbeitet haben, sind viele großartige Dinge passiert. Deswegen fühle ich mich durch die Zeit extrem bereichert.“

Aber was ist mit den anderen fünf Prozent? Wolfs Bilanz wird durch Verletzungspech getrübt. In Exequiel Palacios (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Leon Bailey (Zehenbruch) und Lucas Alario (Muskel-Sehnenverletzung) fielen drei wichtige Säulen kurzfristig aus, hinzu kam das Saisonaus von Daley Sinkgraven (Innenbandzerrung). Das sei die Erklärung dafür, dass die Partien zuletzt gegen Union Berlin (1:1) und Werder Bremen (0:0) aus Leverkusener Sicht eher mäßig verliefen. Er glaube, dass Bayer nach dem 3:1 gegen Frankfurt sportlich auf einem guten Weg gewesen sei. „Wir werden es nie beweisen können, aber ich vermute, dass wir ohne diese Ausfälle noch einen Tick besser gespielt hätten.“

So geht es aber mit einem dezimierten Kader in das Spiel am Samstag in Dortmund (15.30 Uhr). Für beide Vereine geht es um nichts mehr, Bayer wird die Saison auf Platz sechs beenden und der BVB ist sicher in der Champions League. Die letzte offene Frage für Schwarz-Gelb ist, ob die Spielzeit auf Platz drei oder vier abgeschlossen wird. „Wir haben nicht mehr so viel Auswahl, weil viele Spieler nicht dabei sind. Alle, die noch einigermaßen laufen können und nicht gesperrt sind, kommen mit“, sagt Wolf, der insgesamt neun Ausfälle zu beklagen hat. Wieder mit dabei könnte Julian Baumgartlinger sein, der nach überstandener Teilruptur des Kreuzbandes wieder mit der Mannschaft trainiert hat. Viel mehr als ein Kurzeinsatz ist für den Österreicher aber wohl nicht drin – auch, um mit Blick auf die EM kein unnötiges Risiko einzugehen.

Dass die Entscheidung für den neuen Trainer unter der Woche bekannt wurde, stört Wolf nicht. Am Dienstag sickerte durch, dass der 40-Jährige nach der Saison von Gerardo Seoane abgelöst wird. Der Schweizer kommt mit der Empfehlung von drei Meistertiteln mit den Young Boys Bern an den Rhein – und der Tatsache, dass er mit seinem Team im Februar Bayer aus der Europa League fegte.

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„Das war ein sehr guter Zeitpunkt, um das zu entscheiden und bekanntzugeben. Ich hätte es falsch gefunden, wenn man sich mit Unklarheiten irgendwie durch die Woche schleppt.“ Nun sei es so, wie es von vornherein andedacht war. Wolf wurde vom DFB ausgeliehen, um die Stelle als Interimstrainer der Werkself übernehmen zu können. Nun kehrt er auf seinen Posten als U18-Trainer des DFB zurück. „Ich habe ab 1. Juli einen gültigen Vertrag. Es ist ein fantastischer Job und ich freue mich auf meine Rückkehr.“

Reichlich Sonderlob hat Wolf für seinen Freund Edin Terzic übrig, der ebenfalls als Interimstrainer Dortmund von Lucien Favre übernahm, das Team in die Champions League führte und den Pokalsieg feierte. Die beiden kennen sich seit rund 20 Jahren, haben zusammen studiert, trainerten gemeinsam die Jugend des BVB und machen Familienurlaube. „Was er geleistet hat, ist außergewöhnlich“, betont Wolf. „Er hat beim BVB Legendenstatus – und es ist ein Märchen, dass wir jetzt gegeneinander spielen.“