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Bayer 04 Leverkusen: Hannes Wolf hat viele Optionen für die Offensive

Auch ohne Lucas Alario : Bayer hat viele Optionen für die Offensive

Nach der Verletzung von Lucas Alario fehlt Bayer Leverkusen der treffsicherste Stürmer. Trainer Hannes Wolf denkt über verschiedene Möglichkeiten nach, den Argentinier zu ersetzen – zum Beispiel mit einer „etwas anderen Neun“.

Die Diagnose glich einer Hiobsbotschaft – für die Werkself, aber vor allem für Lucas Alario. Der Argentinier zog sich vergangene Woche im Training eine Muskel-Sehnenverletzung im Oberschenkel zu. Seine Ausfallzeit wird auf sechs bis acht Wochen geschätzt. Die Bundesligasaison ist für den treffsicheren Stürmer vorzeitig beendet. Im Schnitt erzielte er in dieser Spielzeit alle 113 Minuten ein Tor für Bayer, insgesamt elf in 25 Ligaspielen. Mehr als fraglich ist zudem seine Teilnahme an der südamerikanischen Kontinentalmeisterschaft Copa América.

„Er ist jetzt in Argentinien und wird über die Nationalmannschaft versorgt“, sagt Trainer Hannes Wolf vor dem Ligaspiel am Samstag bei Werder Bremen (15.30 Uhr). „Es gibt bestimmt noch eine Resthoffnung, dass er bei der Copa spielen kann. Aber es wird eng.“ Schon bei Exequiel Palacios, der im Länderspiel gegen Paraguay vor gut einem halben Jahr nach einem schlimmen Foul Frakturen an drei Querfortsätzen der Lendenwirbelsäule erlitt, habe Bayer gute Erfahrungen mit der Reha in Argentinien gemacht. „Das hat sehr, sehr gut geklappt. Deswegen gab es auch keinen Grund, es nicht wieder so zu machen. Lucas ist in guten Händen.“

Allerdings ist nun Wolfs Improvisationstalent gefragt. Patrik Schick ist jetzt der einzige erfahrene Mittelstürmer im Kader – und dann ist da noch Eigengewächs Emrehan Gedikli, der unlängst seinen ersten Vertrag bei den Profis unterschrieben hat, aber noch auf sein Bundesligadebüt wartet. „Wir haben viele wunderbare Offensivspieler im Kader“, sagt Wolf, der auch über „eine etwas andere Neun“ auf der Position im Sturmzentrum nachdenkt: „Wir haben verschiedene Optionen.“

Eine davon ist Paulinho. Der Brasilianer hat seinen Kreuzbandriss überstanden, die Reha hinter sich und trainiert bereits seit geraumer Zeit mit der Mannschaft. „Er ist zum Glück wieder fit“, sagt der Coach. Gut möglich, dass er noch in dieser Saison sein Comeback gibt. Auch Demarai Gray hat Wolf auf dem Zettel, wenn es um den vakanten Posten im Angriff geht. „Er hat fantastisch trainiert und es verdient, auf dem Platz zu stehen“, betont Wolf, der dem im Winter zu Bayer gewechselten Engländer bislang keine Einsatzzeiten gewährte.

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Auf der anderen Seite des Spielfelds sind ebenfalls Ausfälle zu beklagen. Für Lars Bender (Meniskus) kommt die Partie in Bremen zu früh. Bei dem 31-Jährigen ist ohnehin unklar, ob er in seiner letzten Saison als Profifußballer überhaupt noch einmal spielen kann. „Das mit seinem Knie ist nicht ganz so einfach. Ich kann noch nicht sagen, ob wir ihn bis zum Saisonende noch auf den Platz bekommen.“ Falls nicht, wäre das ein bitterer Abgang für den langjährigen Kapitän der Werkself.

Bei seinem Bruder Sven (Sprunggelenk) ist ein Comeback in Bremen zumindest denkbar. „Wir müssen schauen, ob er von Beginn an spielen kann oder später reinkommt.“ Charles Aránguiz, der zuletzt mehrere Trainings wegen seiner Achillessehnenprobleme geschont wurde, ist zudem ebenso einsatzbereit, wie Daley Sinkgraven, der seine Rückenbeschwerden auskuriert hat.

Sonderlob verteilte der Coach an Leon Bailey und Florian Wirtz, die nicht nur jederzeit in der Lage seien, Momente für „Highlight-Videos“ kreieren, sondern auch viel und hart arbeiten. „Junge Spieler, die sehr früh als sehr talentiert gelten, machen das Defensive manchmal nicht so gerne.“ Bei den beiden sei das aber nicht der Fall. „Ich hoffe, dass sie das in Bremen wieder zeigen können.“