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Bayer 04 Leverkusen hält die Tür für Santiago Arias offen

Trotz schwerer Verletzung : Bayer hält die Tür für Santiago Arias offen

Santiago Arias hat sich kurz nach seiner Ankunft in Leverkusen schwer verletzt und die Saison verpasst. Das heißt aber nicht, dass der Leihspieler von Atlético Madrid den Verein verlassen soll. Eine Verlängerung der Leihe ist denkbar.

Die Werkself hat eine turbulente Saison hinter sich, war lange ungeschlagen, dann Tabellenführer, dann Krisenklub – und trotzdem vierfacher Derbysieger gegen Köln und Gladbach. Es gab einen Trainerwechsel, eine Pokalblamage gegen einen Viertligisten und mit Platz sechs ein letztlich versöhnliches Ende. Bayer hatte zudem ungewöhnlich viele und oft langfristige Verletzungen zu beklagen. Aber Santiago Arias hat es besonders heftig erwischt.

Der von Atlético Madrid ausgeliehene Rechtsverteidiger erlitt im WM-Qualifikationsspiel mit der kolumbianischen Nationalmannschaft gegen Venezuela (3:0) einen Wadenbeinbruch, einen Syndesmoseriss und weitere Bandverletzungen im Sprunggelenk. Dabei war er nicht das Opfer eines groben Foulspiels, sondern verdrehte sich bei einer Grätsche extrem ungücklich den linken Fuß. Mit- und Gegenspieler auf dem Rasen reagierten geschockt auf die Verletzung. Das war im Oktober 2020. Seitdem arbeitet er an seinem Comeback. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er seine Rückehr auf den Rasen bei der Werkself erlebt.

„Er ist ein sehr guter Spieler, der auch charakterlich der Mannschaft guttut“, sagt Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes. Er verhandelt mit Atlético, wie es mit Arias bei Bayer über die Saison hinaus weitergehen könnte. Dass der Klub die Kaufoption nicht zieht, ist wenig überraschend. Immerhin hat der Kolumbianer nur eine Partie für die Werkself bestritten – beim 1:1 in Stuttgart in der Hinrunde. Danach kam die folgenschwere Länderspielreise.

„Man darf nicht vergessen, dass er jetzt fast die komplette Saison nicht spielen konnte – und es wird wohl noch etwas Zeit brauchen, bis er wieder einsatzbereit ist. Wir sind in Kontakt mit Atlético, um eine vernünftige Lösung zu finden und müssen schauen, wie sich sein weiterer Gesundungsprozess entwickelt. Das ist der entscheidende Faktor“, betont Rolfes. „Eine weitere Ausleihe ist aktuell ebenso denkbar, wie seine Rückkehr nach Madrid.“

Bei den Verhandlungen dürfte es auch draum gehen, wer welches Risiko trägt. Noch ist nicht absehbar, wann Arias wieder einsatzbereit ist. Das könnte zum Start der Vorbereitung in rund sechs Wochen sein, aber auch länger dauern. Die Voraussetzungen für ein weiteres Leihgeschäft sind nun jedenfalls völlig anders als bei seinem Wechsel im September vergangenen Jahres. Also müsste Madrid Leverkusen wohl bei Leihgebühr und womöglich auch anderen Details entgegenkommen, damit der 29-Jährige eine Zukunft bei der Werkself hat.

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Wichtiger ist aber freilich, das der 29-Jährige wieder fit wird. Eine verbesserte Prognose bei der Genesung macht eine weitere Ausleihe zusätzlich wahrscheinlicher. Rund sechs Monate nach der Verletzung stand der Kolumbianer erstmals wieder auf dem Trainingsplatz an der BayArena – im Rahmen seiner Reha. Das war Mitte April. Allerdings: Bei derart komplexen Verletzungen sind Rückschläge ein Teil der Gleichung. Gibt es keine Einigung auf einen neuen Deal, läuft die Leihe am 30. Juni aus.

Doch selbst wenn Arias in Leverkusen bleibt, ist das Problem auf der rechten Abwehrseite noch lange nicht behoben. Lars Bender hat seine Karriere beendet und Timothy Fosu-Mensah wird noch lange brauchen, bis er von seinem Kreuzbandriss genesen ist. Hinzu kommen Mitchell Weiser oder Tin Jedvaj, die in Leverkusen keine Perspektive haben. So oder so wird Rolfes nach weiteren Alternativen fahnden, um diese Lücke im Kader zu schließen. Aber die Tür steht für Arias weiterhin offen.