Bayer 04 Leverkusen hadert mit dem 1:1 gegen den SC Freiburg

1:1 gegen Freiburg : Bayer Leverkusen scheitert an sich selbst — und am Rasen

Viel mehr hochkarätige Chancen als gegen den SC Freiburg kann sich die Werkself nicht erspielen. Trotzdem bleibt es bei einem mageren 1:1.

Kerem Demirbay wirkte nach dem 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg angefressen. Warum es Bayer Leverkusen trotz einer Vielzahl guter Chancen nicht geschafft hat, als Sieger vom Platz zu gehen, konnte der Rekordtransfer nur mit einer diffusen Gemengelage erklären. „Vielleicht hatten wir zu viel Pech, zu wenig Glück, waren zu unkonzentriert oder es mangelte an der Chancenverwertung“, sagte der 26-Jährige. „Fakt ist, dass wir wieder einmal ein gutes Spiel gemacht haben. Aber wir belohnen uns nicht für das, was wir investieren und haben viel zu wenig Punkte.“

Ein Blick auf die Tabelle reicht, um Demirbays Aussage zu bestätigen. Bayer hinkt auf Platz neun den Ansprüchen hinterher. Immerhin: Das obere Tabellendrittel bleibt in Schlagdistanz. 27:8 Torschüsse standen gegen die Breisgauer in der Statistik, aber nur 1:1 Tore. Lucas Höler köpfte nach einer Ecke zur Freiburger Führung (5.), Startelfdebütant Moussa Diaby erzielte nach Vorlage von Demirbay den Ausgleich und Endstand (36.). Davor und danach nahm der Leverkusener Chancenwucher bisweilen slapstickartige Züge an. Kevin Volland verpasste nach einer Bilderbuch-Flanke von Karim Bellarabi aus wenigen Metern, Letzterer vergab in der Schlussphase ebenfalls aus kurzer Distanz und Diaby rutschte alleine auf das gegnerische Tor zustürmend aus – längst nicht die einzige Szene, in der das Grün in der BayArena zum Problemfall wurde.

Der Rasen war nach dem Abpfiff bei allen Beteiligten Thema. Als „absolute Katasatrophe“ bezeichnete Demirbay das Geläuf, Freiburgs Trainer Christian Streich umschrieb es galanter mit „wahnsinnig schmierig“ und Bayers Trainer Peter Bosz sah durch die Bedingungen seine Fußballidee gefährdet. „Wir sind ein Team, das sein Spiel von hinten aufbauen und den Ball schnell laufen lassen will. Das ist schwierig auf dem Platz“, haderte der Niederländer. Schlechte Nachrichten ereilten Bosz am Sonntag. Er muss für den Rest des Jahres auf Mitchell Weiser verzichten. Der Rechtsverteidiger zog sich einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk zu.