Ziel Meisterschaft Bayer wagt sich aus der Deckung

Leverkusen · Auf Bayer Leverkusens 2:1 gegen Mainz folgen erste Titelansagen – zumindest indirekt. „Wenn wir da oben stehen, wollen wir auch da oben bleiben“, betont Granit Xhaka.

 Erzielte gegen Mainz sein erstes Tor für Bayer Leverkusen: Granit Xhaka.

Erzielte gegen Mainz sein erstes Tor für Bayer Leverkusen: Granit Xhaka.

Foto: dpa/Marius Becker

Ein glanzloser Arbeitssieg gegen einen Abstiegskandidaten ist eigentlich kein Grund für selbstsichere Ansagen eines Tabellenführers, doch das 2:1 gegen den FSV Mainz war in dieser Saison bereits das 33. Spiel ohne Niederlage für Bayer Leverkusen. Sommerzugang Granit Xhaka weiß also immer noch nicht, wie es sich anfühlt, mit der Werkself zu verlieren, wenn es um etwas geht.

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„Kompliment an Mainz, sie haben uns das Leben wirklich schwer gemacht“, sagte der Schweizer. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war er hingegen nicht wirklich zufrieden. „Wir hatten zu viele einfache Ballverluste und waren nicht präzise genug, aber was im Fußball zählt, sind die drei Punkte.“ Das ist freilich korrekt – und heißt es nicht immer, dass ein echtes Spitzenteam genau solche Partien gewinnen muss?

Für Xhaka, der sein Team früh in Führung brachte (3.), dann aber postwendend keine gute Figur bei der Entstehung des Ausgleichs durch Dominik Kohr machte (7.) und erst spät das Siegtor mit und von Robert Andrich feiern konnte (68.), ist genau diese Tatsache das Entscheidende: „Nach 34 Spieltagen fragt niemand mehr, wie unser 23. Spieltag war.“

Durch das 2:1 des FC Bayern gegen Leipzig bleibt Bayer acht Punkte voraus. Der Kurs Richtung erste Meisterschaft der Klubgeschichte ist gesetzt. „Es gibt nichts Schöneres, als einen Vorsprung zu haben“, betonte Xhaka. „Das hat nichts mit Druck zu tun, den haben wir seit dem ersten Spieltag. Dass wir auf einem guten Weg sind, wissen wir.“ Es gebe nun aber keinen Anlass, auch nur einen Millimeter nachzulassen. „Wenn wir da oben stehen, wollen wir auch da oben bleiben.“ Bei aller ebenfalls eingeflochtenen Abwiegelung, dass erst am Ende der Saison abgerechnet werde, ist das zumindest eine indirekte Titelansage des 31-Jährigen.

 Die hatte jeder in Leverkusen auch auf hartnäckigste Nachfragen bislang tunlichst vermieden, doch je weiter die Saison voranschreitet, desto akuter wird das Thema. Das weiß auch Trainer Xabi Alonso, der aber noch nicht von seinem Mantra abweichen wollte. Er stimmte Xhaka zwar grundsätzlich zu, dass bis zum Ende ganz oben zu bleiben ein Ziel sei, dass er teile, aber: „Noch sind viele Schritte zu gehen. Klar sind wir ambitioniert, aber wir wollen nicht zu früh über Titel sprechen, sondern im richtigen Moment. Der ist nicht jetzt.“

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