Bayer 04 Leverkusen: Für Karim Bellarabi schließt sich der Kreis

Rot, Zwangspause, Comeback : Für Bayers Bellarabi schließt sich gegen den FC Bayern der Kreis

Im Hinspiel beim FC Bayern sah Karim Bellarabi von Bayer 04 die Rote Karte. Nach mehreren Wochen Pause folgte eine regelrechte Leistungsexplosion. Jetzt geht es für die Werkself erneut gegen München.

An das Hinspiel gegen München erinnert sich Karim Bellarabi nur ungern. Nach seinem Foul an Rafinha, das FCB-Präsident Uli Hoeneß später als „geisteskrank“ bezeichnete, wurde er von Schiedsrichter Tobias Welz zurecht mit Rot vom Platz geschickt. Nicht nur verlor Bayer 04 die Partie klar mit 1:3 – Bellarabi wurde zudem vom DFB-Sportgericht für vier Spiele gesperrt und musste eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro zahlen.

Der Saisonstart war nach der dritten Niederlage in Serie misslungen und Bellarabis ohnehin ins Stocken geratene Karriere unter dem Bayer-Kreuz schien am Tiefpunkt angelangt. Seitdem hat sich jedoch einiges verändert. Nicht nur beim Werksklub, sondern auch beim Flügelstürmer selbst. Der kam nämlich wie verwandelt aus seiner rotbedingten Zwangspause und erzielte nach seiner Rückkehr sieben Treffer in fünf Spielen. Erst eine Oberschenkelverletzung stoppte jäh Bellarabis persönlichen Lauf.

Inzwischen ist der 28-Jährige längst zurück auf dem Platz – und profitiert nun vom Trainerwechsel in der Winterpause. „Ich fühle mich im neuen Spielsystem sehr wohl und weiß, was ich zu tun habe. Jeder Spieler kennt seine Aufgaben“, sagt Bellarabi. Diese würden vom neuen Trainerteam um Peter Bosz „klar und deutlich“ kommuniziert. Nach dem 3:0-Erfolg zuletzt in Wolfsburg scheint jetzt sogar gegen den Rekordmeister aus München, der am Samstag (15.30 Uhr) in der BayArena gastiert, einiges möglich. „Wenn jeder seine Aufgaben erfüllt, werden wir siegen“, ist sich Bellarabi sicher.

Leverkusens Karim Bellarabi (vorne) bekommt im Hinspiel beim FC Bayern die Rote Karte von Schiedsrichter Tobias Welz gezeigt. Foto: dpa/Tobias Hase

Der hatte in den ersten beiden Partien unter Bosz, die er jeweils auf der linken Außenbahn begann, Pech im Abschluss. Beim 0:1 gegen Gladbach scheiterte er am Pfosten, in Wolfsburg hinderte ihn ein Lattentreffer am Erfolgserlebnis. „Das war ärgerlich, aber wir haben in Wolfsburg gewonnen. Das ist das Wichtigste.“ Sorgen um seine Torgefahr macht sich der ehemalige deutsche Nationalspieler (elf Spiele, ein Tor) aber nicht. „Ich werde in Zukunft wieder meine Tore schießen.“

Bellarabi sieht die Werkself, für die er mit Unterbrechung seit 2011 aufläuft, auf einem guten Weg. „Wir spielen sehr offensiv und haben oft den Ball. Es macht richtig Spaß. Das neue System haben wir langsam angenommen.“ Freilich sei nach nur drei, vier Wochen gemeinsamer Arbeit mit Bosz noch Luft nach oben. Das sei aber normal. Zum Rückrundenstart gegen Gladbach habe Bayer 04 dem Gegner zum Beispiel zu viele Räume gelassen. Im zweiten Spiel habe das schon besser funktioniert. „Wir lernen von Tag zu Tag dazu.“

Angst vor dem FC Bayern hat Bellarabi deshalb sicher nicht. Seine Vorschau auf das Duell mit dem von Niko Kovac trainierten Tabellenzweiten: „Wir probieren, Gas zu geben, uns Chancen herauszuspielen und dann sehen wir, wozu es reicht.“

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