Weniger Stürmertore Für Bayers Hofmann zählt nur der Teamerfolg

Leverkusen · Jonas Hofmann von Bayer 04 Leverkusen ist egal, wer die Tore schießt – solange die Rheinländer weiter von Sieg zu Sieg eilen. Nun auch drei Punkte aus Köln mitzunehmen, ist für den 31-Jährigen „auch unser Anspruch“.

Jonas Hofmann (r.) dribbelt den Ball in der Partie gegen Mainz über den Rasen der BayArena.

Jonas Hofmann (r.) dribbelt den Ball in der Partie gegen Mainz über den Rasen der BayArena.

Foto: Bayer 04

An das Hinspiel gegen den 1. FC Köln erinnert sich Jonas Hofmann gerne zurück. Beim klaren 3:0-Erfolg gegen den Rivalen aus der Domstadt zeigte der Bayer-Profi seine bislang wohl stärkste Leistung in dieser Saison, erzielte nach sehenswerter Kombination den ersten Treffer der Partie und sorgte zudem per Vorlage für den Endstand durch Victor Boniface. Vor dem Rückspiel am Sonntag (15.30 Uhr) sagt der 31-Jährige: „Es geht erneut darum, drei Punkte zu holen und das ist auch unser Anspruch in Köln – ohne Wenn und Aber. Wir haben eine lange Trainingswoche und können uns gut auf sie vorbereiten.“

Seine Mannschaft auf einen Gegner optimal einzustellen, ist Leverkusens Trainer Xabi Alonso in dieser Saison nahezu immer gelungen – meistens mit, zuletzt aber auch mehrfach ohne dass Hofmann einen entscheidenden Anteil am Ausgang der Partie hatte. Nach einem herausragenden Start in seine Premierensaison unterm Bayer-Kreuz fand sich der deutsche Nationalspieler zuletzt häufiger auf der Bank wieder. Sein letztes Tor schoss der ehemalige Gladbacher Ende Oktober gegen Freiburg. In den Kalendermonaten Dezember, Januar und Februar gelang ihm in elf Bundesligaspielen nur noch ein Assist.

Doch Hofmann ist bekanntlich ein Teamplayer. Deswegen stört es ihn auch nicht, dass mit Ausnahme von Amine Adli (ein Tor) und Nathan Tella (2) im Februar keine weitere Offensivkraft der Werkself getroffen hat. „Für Stürmer und Offensivspieler ist es immer gut, wenn man trifft oder an Toren beteiligt ist“, sagt der in Heidelberg geborene Profi. Letztlich gehe es aber nur darum, Spiele zu gewinnen und zu punkten. So wie beim 2:1 gegen Mainz, als in Robert Andrich und Granit Xhaka beide Sechser für die Tore verantwortlich zeichneten. Hofmann: „Wenn wir ab jetzt jedes Spiel gewinnen und nur noch Verteidiger treffen, wäre mir das auch recht.“

Mit Blick auf das Derby wollen es Hofmann und seine Teamkollegen wie schon so häufig in dieser Rekordsaison machen: mit Spielkontrolle, Ballsicherheit und dem entsprechendenden Selbstbewusstsein zum Erfolg kommen. „Für Köln geht es um sehr, sehr viel, für uns natürlich auch“, sagt Hofmann. Während Bayer acht Punkte vor den Bayern an der Tabellenspitze liegt, hat Köln bereits acht Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. In Anbetracht dieser Konstellation betont Hofmann: „Es ist schon klar, dass Köln unter Druck steht.“

Weniger den Abstiegskampf als vielmehr das Meisterschaftsrennen in der Bundesliga verfolgt derzeit Pep Guardiola. Der Trainer von Manchester City, der von 2014 bis 2016 auch Alonso bei Bayern München gecoacht hat, zeigte sich auf Nachfrage begeistert vom Lauf des Werksklubs und der Arbeit seines ehemaligen Schützlings. Er sieht die Leverkusener inzwischen „in einer Position, in der sie die Bundesliga nicht mehr gewinnen können, sondern nur noch verlieren, weil jeder denkt, dass es schon geschafft ist.“ Jetzt erst komme der schwierige Part, ist sich der 53-jährige Fachmann sicher. Er sagt: „Es ist nicht vorbei, bevor es vorbei ist.“

Das gilt freilich für die Spielzeit als solche, aber natürlich auch für das Derby in Köln, in das Leverkusen als klarer Favorit geht.

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