Bayer 04 Leverkusen: Für Dominik Kohr ist die Zeit bei der Werkself vorbei

Mittelfeldspieler wechselt nach Frankfurt : Bayer 04 schließt das Kohr-Kapitel

Der Wechsel von Dominik Kohr zu Eintracht Frankfurt dünnt die Optionen für Trainer Peter Bosz im Mittelfeld weiter aus. Dass der Werksklub selbst noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, scheint immer wahrscheinlicher.

Nach 69 Spielen, vier Toren und sieben Vorlagen für die Profis des Werksklubs ist das Kapitel von Mittelfeldspieler Dominik Kohr unter dem Bayer-Kreuz beendet. Der 25-Jährige hat sich erwartungsgemäß dem Liga-Rivalen Eintracht Frankfurt angeschlossen und bei den Hessen einen Vertrag bis 2024 erhalten. Die Ablösesumme für den im Nachwuchsleistungzentrum am Kurtekotten ausgebildeten Mittelfeldspieler soll zwischen 8,5 und 9 Millionen Euro liegen. Kohrs Wechsel kommt indes nicht unerwartet: Unter Trainer Peter Bosz kam der Abräumer in der Rückrunde kaum noch zum Zuge und stand im vergangenen Halbjahr lediglich 55 Minuten auf dem Platz.

Durch den Wechsel des gebürtigen Trierers, der mit Ausnahme eines dreijährigen Intermezzos beim FC Augsburg seit seinem 14. Lebensjahr für die Werkself auflief, wird es immer wahrscheinlicher, dass die Werkself noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlägt – und vielleicht sogar muss. Denn in Julian Baumgartlinger, Charles Aránguiz, Kai Havertz und Kerem Demirbay stehen Coach Bosz für die zentralen Positionen im offensiven und defensiven Mittelfeld nominell nur noch vier Spieler zur Verfügung. Das dürfte angesichts einer Saison mit potentiell bis zu 53 Pflichtspielen nicht reichen.

Während sich Kohr nun mit Frankfurt statt Leverkusen auf die Saison vorbereitet, haben sich für zwei Nationalspieler der Werkself die Titelträume in Luft aufgelöst: Aránguiz unterlag mit Chile im Halbfinale der Copa América 0:3 gegen Peru und Leon Bailey musste sich beim Gold Cup Gastgeber USA im Halbfinale 1:3 geschlagen geben. Bayers Chilene war mit seinem Heimatland zuletzt zwei Mal in Folge als Sieger aus den südamerikanischen Kontinentalmeisterschaften hervorgegangen. Gegen das Überraschungsteam aus Peru war „La Roja“ aber ohne Chance. Selbst ein von Aránguiz herausgeholter Foulelfmeter fand nicht den Weg ins Tor – der ehemalige Hoffenheimer Eduardo Vargas vergab kläglich. Ganz vorbei ist das Turnier für Aránguiz und Co. aber noch nicht: Am Samstag (21 Uhr) steht noch das Spiel um den dritten Platz gegen Argentinien auf dem Programm.

Vereinskollege Bailey feierte indes bei der Niederlage gegen Titelverteidiger USA immerhin seine erste Torvorlage für Jamaika. Durch das Aus von Aránguiz und Bailey ist U19-Spieler Marc Lamti, der mit Tunesien am Afrika-Cup teilnimmt, Bayers einzig verbliebener Nationalspieler, der sich noch Hoffnung auf einen Titel im Sommer machen darf. Am Montag (8. Juli, 21 Uhr) steht das Achtelfinale gegen Ghana an.

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