Sieg zum Abschied Bayer Leverkusen feiert sich und Rudi Völler

Leverkusen · Die Werkself schlägt Freiburg spät mit 2:1. Für die Fußball-Ikone der Rheinländer endet nach über zwei Jahrzehnten in sportlicher Verantwortung eine Ära. Die geballte Fußballprominenz ist bei Rudi Völlers Abschied dabei.

Rudi Völler steht nach der Partie im Leverkusener Fanblock.

Rudi Völler steht nach der Partie im Leverkusener Fanblock.

Foto: dpa/Marius Becker

Auch für jemanden, der im Fußball viel erlebt hat, gibt es erste Male. Als die Fans von Bayer Leverkusen nach dem 2:1 im Saisonfinale gegen den SC Freiburg den scheidenden Sportgeschäftsführer Rudi Völler forderten, blieb diesem keine andere Wahl, als dem Wunsch des Anhangs nachzukommen – und er stieg zum ersten Mal in knapp 40 Jahren Profifußball auf den Zaun. Als Vorsänger stimmte der 62-Jährige nach seinem letztem Spiel als Verantwortlicher beim Werksklub ein „Uffta Täterä“ an. „Das Wichtigste ist, dass ich mich nicht verletzt habe“, sagte er mit einem Augenzwinkern. „In meinem Alter muss man ja aufpassen bei solch akrobatischen Aktionen.“

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Es war ein rundum gelungener Nachmittag. Auch bei der anschließenden Feier zu Ehren des Weltmeisters von 1990 im Bayer-Kasino war die Stimmung bestens. Viele Wegbegleiter aus Völlers illustrer Karriere als Spieler und Manager waren gekommen, um den gebürtigen Hanauer von der großen Fußballbühne zu verabschieden. Darunter Berti Vogts, Otto Rehhagel, Andreas Brehme, Christoph Daum, Lothar Matthäus, Reiner Calmund – und natürlich Waldemar Hartmann.

Am Ende seiner fast halbstündigen Rede betonte Völler noch einmal, dass er in seinem Leben „viel Glück“ hatte. „Mein Wunsch ist, dass ihr alle das Glück und die Zufriedenheit habt, die ich hatte. Und dass ich noch viele Jahre Zeit bekomme, euch dabei zuzusehen.“ Dies wird er künftig als Mitglied des Gesellschafterausschusses sowie Botschafter der Leverkusener tun. Denn so ganz ohne Bayer 04 und Fußball kann Völler dann eben doch nicht.

Sportlich übergibt er den Werksklub in einer guten Position an seinen Nachfolger Simon Rolfes. Als Dritter hat Leverkusen letztlich verdient die Champions League erreicht – und das trotz einiger Ausfälle im letzten Saisondrittel. Die machten sich auch in der aus Bayer-Sicht sportlich wenig bedeutsamen Begegnung gegen Freiburg nicht groß bemerkbar.

Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit brachte Lucas Alario die Werkself in Führung. Das Team von Trainer Gerardo Seoane verpasste es im Anschluss, den Vorsprung auszubauen und kassierte zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich durch Janik Haberer. Die Gäste witterten kurzzeitig ihre Chance auf den Sieg, riskierten alles und auch Torhüter Mark Flekken suchte den Weg nach vorne. Ein Schuss von Exequiel Palacios ins verwaiste SCF-Tor aus dem Mittelkreis brachte schließlich die Entscheidung.

Mit Völler befindet sich die Werkself nun für einige Tage auf einer PR-Reise nach Mexiko. Top-Stürmer Patrik Schick, der an der Leiste operiert wird, verpasst den Trip. Zum Trainingsauftakt Ende Juni sollte er aber wieder fit sein, teilte Bayer am Sonntag mit.

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