Nach Choreo-Verbot Bayer-Anhänger zündeln und verletzen Kameramann und Ordnerin

Leverkusen · Die geplante Choreographie vor dem Spiel gegen Gladbach wurde den Anhängern von Bayer Leverkusen verboten. Also machten sie sich auf andere Weise bemerkbar. Sie brannten vor dem Anpfiff ordentlich Pyrotechnik ab. Ein Kameramann und eine Ordnerin wurden verletzt.

Bayer 04 Leverkusen: Ultras brennen Pyrotechnik ab
6 Bilder

Leverkusener Ultras brennen Pyrotechnik ab

6 Bilder

Der Kameramann war für die DFL im Einsatz. Nach Angaben von Bayer-Sprecher Dirk Mesch musste der Mann am Samstagabend behandelt werden. Ein Kameramann von Sky sprang für ihn ein. Der Spielbeginn verzögerte sich wegen der Aktion in der Heimkurve um wenige Minuten.

Der Kameramann erlitt eine Fußverletzung und konnte nicht mehr weiterarbeiten. Er trat allerdings später eigenständig die Heimfahrt an. Die Ordnerin erlitt ein Knalltrauma. Dies bestätigte Meinolf Sprink, Direktor Fans/Soziales beim Werksklub.

"Das hat im Stadion nichts zu suchen. Das war wie ein Feuerwerk, ein großes Risiko für alle. Das ist sehr schade", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt: "Wir hoffen sehr, dass es keine bleibenden Schäden geben wird."

Auf den Verein dürfte nun eine saftige Strafe zukommen. Erst vor zwei Wochen hatte der DFB den Leverkusenern wegen Zündeleien im Pokalspiel in Hauenstein im August sowie im Derby in Köln kurz vor Weihnachten eine Geldstrafe in Höhe von 14.000 Euro aufgebrummt.

Zuschauer bricht zusammen

Weitere schlechte Nachrichten gab es während des Spiels. Im neutralen Bereich (Block A) brach ein Zuschauer zusammen, angeblich mit einem Herzinfarkt. Wie es ihm geht, ist derzeit noch unklar.

War die Zündelei vor dem Spiel möglicherweise eine Reaktion auf das Choreo-Verbot? Bereits am vergangenen Sonntag hatte die Ultra-Gruppierung "Farbenstadtinferno" (FSI) zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens eine dreiteilige Choreographie starten wollen, bei der eine Blockfahne über die Köpfe der Anhänger gehalten wird. Der Stoff der Fahne stellte sich jedoch als leicht entflammbar heraus, was zu einer kurzfristigen Absage der Aktion führte. Die Ultras machten daraufhin den Verein für das Nicht-zustande-Kommen der Aktion verantwortlich.

Um die in tagelanger Arbeit entstandene Choreographie zu retten, bot der Werksklub seine Hilfe an und engagierte für 500 Euro einen Feuer-Fachmann. Er sollte dabei helfen, den Fahnenstoff zu imprägnieren und so sicher zu machen, dass die Blockfahne eine Woche später gegen Gladbach doch noch in der BayArena hätte gezeigt werden können.

Am Freitagnachmittag untersagte die Stadt dann aber wegen Brandschutzbedenken die Rettungsaktion. Das dabei verwendete Mittel sei "nicht geeignet, um entsprechende Materialien für die geplante Fan-Choreographie zu imprägnieren", hieß es in einem Schreiben der Stadt.

(areh)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort