Bayer 04 Leverkusen fährt mit Wut im Bauch zum VfB Stuttgart

Drei Niederlagen Folge : Bayer hat Wut im Bauch

Zuletzt drei Pleiten in Folge zehren an den Nerven von Peter Bosz und Bayer 04 Leverkusen. „Jeder Fußballer hasst es, zu verlieren“, sagt der Trainer, der genau aus diesem Gefühl positive Energie für das Spiel in Stuttgart ziehen will.

Die Stimmung im Lager der Werkself ist nach den null Punkten sowie 4:11 Toren aus den vergangenen drei Spielen angespannt. Der Partie am Samstag beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart kommt eine besondere Bedeutung zu – für beide Mannschaften. „Wir brauchen die Punkte, sie aber auch“, sagt Trainer Peter Bosz und warnt: „Stuttgart wird versuchen, uns mit ihrer Kompaktheit und Schnelligkeit weh zu tun. Sie werden kämpfen ohne Ende.“

Angst vor der vierten Niederlage in Folge sei aber freilich kein guter Ratgeber für das Duell mit den seit Monaten auf dem Relegationsplatz verharrenden Schwaben. „Wir haben unsere Spielweise und es ist unsere Aufgabe, sie umzusetzen.“ Er setzt hingegen auf eine andere Emotion, die neue Kräfte freisetzen soll: Wut. „Wenn man das in Energie und positive Aggressivität umsetzen kann, ist das gut“, betont Bosz. „Wenn man Fußballer ist, hasst man Niederlagen. Drei in Folge – das darf uns nicht passieren, aber es ist uns passiert. Ich hoffe, dass wir die Wut darüber in positive Energie umsetzen können.“ Sein Team brauche die Punkte und müsse gewinnen.

Bosz zufolge wird Lars Bender nicht von Beginn an helfen können, Zählbares aus Baden-Württemberg mitzunehmen. Für den Kapitän der Werkself käme ein Einsatz in der Startelf noch zu früh, sagt Bosz. Ob er Teil des Kaders sei, werde sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden. Noch nicht so weit ist der sich nach wie vor langsam heranarbeitende Panagiotis Retsos. Für Joel Pohjanpalo und Karim Bellarabi ist die Saison ohnehin gelaufen. Der Rest der Mannschaft ist einsatzbereit.

Die im Hintergrund glimmende Frage, ob die Spielidee von Bosz Teil der Lösung oder eher Teil des Problems ist, beantwortet der 55-Jährige naturgemäß mit der Überzeugung des Urhebers: „Wir haben in vielen Spielen gezeigt, dass wir mit unserem Offensivfußball keine Gegentore bekommen und defensiv sehr stabil sein können.“ Das Problem sei vielmehr, dass die Werkself es nicht über 90 Minuten schaffe, Aufgaben wie etwa die Restverteidigung zuverlässig zu erledigen. „Das müssen wir nicht nur in einem, sondern in allen Spielen schaffen“, sagt Bosz. „Das ist jetzt das Ziel.“ Anders geht es auch überhaupt nicht, wenn der internationale Wettbewerb erreicht werden soll. Auf Platz neun mit drei Punkten Rückstand auf Rang sechs müssen schleunigst Punkte her, um die schwierige Spielzeit zu einem versöhnlichen Ende zu führen.

Weniger milde ist Bosz gegenüber Schiedsrichter Tobias Welz, der beim 2:4 gegen Leipzig einen umstrittenen Handelfmeter gegen Mitchell Weiser pfiff – und am Samstag der Unparteiische im berüchtigten Kölner Video-Keller sein wird. Der niederländische Coach der Leverkusener wünsche sich daher eine klare Regel für das Handspiel im Fußball, ohne Ausnahmen und Interpretationen. Sein Vorschlag: Immer, wenn der Ball die Hand berührt, ist es Handspiel. Egal aus welcher Entfernung oder mit welcher Absicht.

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