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Bayer 04 Leverkusen: Exequiel Palacios kommt - geht Charles Aránguiz?

Bayer 04 im Umbruch : Palacios kommt – geht Aránguiz?

Durch die Verpflichtung des Argentiniers steht Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz eine zusätzliche Option für das Mittelfeld zur Verfügung. Ein Verbleib von Charles Aránguiz über den Sommer hinaus scheint indes zunehmend unwahrscheinlich.

Er ist jung, technisch versiert und passt perfekt ins Beuteschema des Werksklubs: Exequiel Palacios. Wie der Verein am Montagabend mitteilte, wechselt der viermalige argentinische Nationalspieler erwartungsgemäß zur Rückrunde von River Plate unters Bayer-Kreuz. Dem Vernehmen nach soll sich Leverkusen die Dienste des 21-Jährigen rund 22 Millionen Euro kosten lassen. Damit ist Palacios hinter Kerem Demirbay, der im Sommer für 32 Millionen Euro zu den Leverkusenern wechselte, der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte.

Simon Rolfes bestätigte, dass Bayer den Mittelfeldspieler bereits seit längerer Zeit beobachtet habe und von dessen Fähigkeiten überzeugt sei. „Er hat in seinem letzten Pflichtspiel für River Plate den argentinischen Pokal und 2018 die Copa Libertadores gewonnen, war in diesem Wettbewerb mit River Plate im vergangenen November auch wieder im Finale“, listete Bayers Sportdirektor auf. Trotz seines jungen Alters habe Palacios in seiner Karriere schon viel erreicht. „Ihn zeichnet neben seiner fußballerischen Qualität auch eine bemerkenswerte Mentalität aus.“

Welchen Einfluss der Landsmann von Bayer-Stürmer Lucas Alario schon in der Rückrunde haben kann, bleibt abzuwarten. Schließlich gibt es aktuell in keinem anderen Mannschaftsbereich der Werkself einen derart hohen Konkurrenzkampf wie im Mittelfeld. Dieser Zustand könnte sich zur Saison 2020/21 allerdings schlagartig ändern, wenn im Sommer neben dem erwarteten Wechsel von Kai Havertz zu einem internationalen Top-Klub auch Charles Aránguiz bei einem anderen Verein anheuert. Der Vertrag des Chilenen endet zum Saisonende. Dass der 30-Jährige seinen Kontrakt beim Werksklub verlängert, scheint derzeit unwahrscheinlicher denn je: Aránguiz’ Berater soll südamerikanischen Medienvertretern bereits erklärt haben, dass der Mittelfeld-Dirigent nicht über den Sommer hinaus in Leverkusen bleiben werde.

Bayers Trainer Peter Bosz lassen derartige Spekulationen kalt. Zu Winterzugang Palacios sagte er schlicht: „Gute Spieler sind bei uns immer herzlich willkommen.“ Sein Fokus liege derzeit einzig auf dem Restprogramm bis Jahresende. In den Partien am Mittwoch (18.30 Uhr) gegen Hertha BSC und am Samstag (15.30 Uhr) in Mainz geht es für sein Team nicht nur darum, sich nach dem blamablen 0:2 im Derby in Köln mit den eigenen Fans zu versöhnen, sondern auch, Anschluss an die Spitzengruppe zu halten.

Der Coach erwartet eine klare Leistungssteigerung. „Nach dem Köln-Spiel waren die Spieler sehr selbstkritisch“, erklärte der 56-Jährige. „Sie wissen, dass sie nicht gut waren. Aber das sind nur Worte – die echte Reaktion muss gegen Berlin kommen.“ Die Rote Karte für Leon Bailey in Köln nach einer Tätlichkeit sei intern aufgearbeitet worden. Bosz: „Wir haben lange miteinander gesprochen. Aber er ist noch jung – wir müssen ihm helfen.“