Bayer 04 Leverkusen: Ex-Profi Juan äußert sich zu Talent Paulinho

Ehemaliger Bayer-04-Profi Juan: „Paulinho wird uns noch viel Freude bereiten“

Fünf Jahre lang schnürrte Juan seine Fußballschuhe fpr Bayer 04 Leverkusen. Im Interview spricht der ehemalige Profi über seine Zeit unter dem Bayer-Kreuz, seinen Landsmann Paulinho und eine Fast-Meisterschaft.

Juan, Sie sind kürzlich bei einer Veranstaltung der Bundesliga in Rio de Janeiro gewesen. Wie fühlen Sie sich in dieser Umgebung nach fünf Jahren bei Bayer Leverkusen?

Juan Ich habe sehr gute Erinnerungen an Deutschland. Ich bin dort sehr jung hin, mit 22, und habe sehr viel gelernt, vor allem außerhalb des Platzes. Allen voran die Disziplin. Ich glaube, das kann man nicht nicht lernen; Respekt vor dem Nächsten, da unterscheiden sich brasilianische und deutsche Spieler sehr.

Es gibt Anekdoten von brasilianischen Spielern in Deutschland, die zu ihrem ersten Abendessen mit der Mannschaft eine halbe Stunde später gekommen sind und keinen Platz mehr bekommen haben. Haben Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht?

Juan Nein, weil ich hier schon mit dieser disziplinierten Mentalität, vor allem in Bezug auf die Uhrzeit, weggegangen bin. Die harte Arbeit habe ich verinnerlicht und weitergeführt. Hier in Brasilien sind wir nicht so konzentriert auf die Arbeit, wie es die Deutschen sind.

Gelingt es Ihnen, brasilianische Flexibilität und deutsche Disziplin zu verbinden?

Juan Darüber haben Paulo Sergio und ich just gesprochen. Ein brasilianischer Spieler, der nach Brasilien zurückkehrt, muss wissen, dass Brasilien anders ist, aber zugleich das, was er aus Deutschland mitgebracht hat, integrieren und ein positives Beispiel abgeben.

Sie sind nach zehn Jahren in Europa 2012 nach Brasilien zurückgekommen und seit 2016 eine Säule in der Abwehr von Flamengo Rio de Janeiro. In dieser Saison wären Sie mit Flamengo fast Meister geworden.

Juan Die Erwartungen an Flamengo sind immer sehr hoch. Und wir werden auch immer sehr stark zur Rechenschaft gezogen. Wir haben versucht, die entsprechende Antwort zu geben. Flamengo hat eine sehr starke Mannschaft und einen großen Glauben. Ich habe gedacht, dass wir Luiz Felipe Scolari mit Palmeiras São Paulo stoppen und die Meisterschaft gewinnen können. Leider hat es am Ende um fünf Punkte nicht gereicht.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Bundesliga und an Bayer Leverkusen?

Juan Die Bundesliga ist eine außergewöhnliche Meisterschaft – sowohl was die Ernsthaftigkeit als auch das Spektakel angeht. Bayern München steht sehr über den anderen Kontrahenten, ist normalerweise schwer zu schlagen. Zugleich sind die Plätze zwei bis zehn fast immer sehr stark umkämpft, da gibt es viele Mannschaften in dem Bereich, die mitspielen können. Wenn man die Bereitschaft hat, sich der Kultur des Landes anzupassen, dann kann man in der Bundesliga eine lange Karriere haben. Es gibt ja brasilianische Spieler, die viele Jahre in Deutschland bleiben.

Der Werksklub ist zu Ihrer Zeit einer der ersten Vereine nach Bayern gewesen und hat mit seinem innovativen, offensiven Spiel beeindruckt. Verfolgen Sie die Entwicklung Bayers noch?

Juan Immer, wenn ich kann, begleite ich Leverkusen. Für uns Brasilianer ist das in Deutschland eine fast perfekte Mannschaft und sehr gut, um anzukommen. Man kennt dort die Kultur des brasilianischen Spielers und gibt ihm die Möglichkeit, zu wachsen. Es ist eine gute Gegend zum Leben, in der man sehr gut aufgenommen wird. Das sind fünf Jahre, die ich in meinem Herzen bewahre.

Gibt es ein Spiel, an das Sie sich besonders erinnern?

Juan Vielleicht, als wir mit 4:1 gegen Bayern München gewonnen haben. Auch das 3:0 gegen Real Madrid bleibt hängen.

Paulinho ist der bisher letzte Brasilianer gewesen, der zu Bayer Leverkusen gewechselt ist. Was wäre ein Tipp, den Sie für ihn hätten?

Juan Sich in die Kultur des Landes einzupassen, vor allem in Bezug auf diese Sache mit der Disziplin. Auf dem Platz lernen, was die Deutschen ihm beibringen können. Aber zugleich nicht seinen Stil als Brasilianer aufgeben, der Leverkusen dazu gebracht hat, ihn zu holen. So wird er sich jeden Tag weiterentwickeln und immer verbessern. Er ist mit Sicherheit ein Spieler der Zukunft und wird uns noch viel Freude bereiten. Das Spiel in Deutschland ist sehr viel stärker als in Brasilien. Da darf man nicht lamentieren, sondern muss sich anpassen. Die Konkurrenz ist auch im Training sehr groß. Leverkusen bringt viele junge Spieler hervor, das heißt, dass Paulinho eine große interne Konkurrenz hatte. Aber ich wiederhole mich: Wenn er im Kopf hat, dass er es schaffen wird, dann hat er alle Voraussetzungen.

Haben Sie selbst auch noch Kontakt nach Deutschland?

Juan Ich bin etwas in der Bringschuld, weil ich nach meinem Abschied nach Rom nur noch ein Mal nach Leverkusen zurückgekehrt bin. Das ist etwas, das ich gerne machen würde: ein Spiel in der BayArena sehen, ein paar Tage bleiben, Freunde aus meiner Zeit wiedersehen. Auch, weil das eine sehr glückliche Zeit meines Lebens war. Rudi Völler ist immer noch da und ich habe gesehen, dass Stefan Kießling und Simon Rolfes auch in anderen Funktionen im Klub sind. Ich hoffe, dass ich den Kontakt wieder aufnehmen kann

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