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Bayer 04 Leverkusen: Europa League wäre zu wenig

Nach Rekordtransfersommer : Europa League wäre für Bayer 04 zu wenig

Mehr als 90 Millionen Euro hat Bayer Leverkusen vor und während dieser Saison für neue Spieler ausgegeben. Sollte die Werkself am Ende Fünfter werden, wäre das eine Enttäuschung. Am Samstag trifft die Elf von Peter Bosz auf Mainz.

Am Samstag kann die Werkself einen Rekord aufstellen: Sollte sie Mainz schlagen, in der Abschlusstabelle aber hinter den aktuell um zwei Punkte und neun Tore besseren Gladbachern landen, würde das Team von Trainer Peter Bosz mit 63 Punkten als bester Fünfter seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in die Liga-Geschichte eingehen. Das sei Bayers niederländischem Coach zufolge eine Herausforderung, für die es sich zu kämpfen lohne. Angesichts der im Vorfeld der Spielzeit getätigten Investitionen sowie der klaren Vorgabe, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren, aber zugleich auch ein enttäuschender Liga-Abschluss.

Für insgesamt 61 Millionen Euro wechselten im vergangenen Sommer Kerem Demirbay, Nadiem Amiri (beide Hoffenheim), Moussa Diaby (Paris) und Daley Sinkgraven (Amsterdam) unters Bayer-Kreuz. Nie zuvor hatten die Rheinländer mehr Geld in neue Profis investiert als vor dieser Saison. Als einziger Stammspieler hatte Julian Brandt den Werksklub für die festgeschriebene Ablöse von 25 Millionen Euro in Richtung Dortmund verlassen. Im Winter legte Sportdirektor Simon Rolfes sogar noch einmal nach, verpflichtete für insgesamt rund 35 Millionen Euro die Talente Edmond Tapsoba (Guimarães) und Exequiel Palacios (River Plate).

Angesichts der positiven Entwicklung des Teams unter Coach Bosz, dem Einzug in die Königsklasse sowie des intensiven Transfersommers ließ Bayers Sportgeschäftsführer Rudi Völler vor dieser Spielzeit mit markigen Worten aufhorchen. Hatte der Weltmeister von 1990 in den Jahren zuvor stets das Erreichen des internationalen Geschäfts als Minimalziel ausgerufen, lautete dieses Mal die Vorgabe, einen Platz unter den ersten Vier zu erreichen und in die Champions League einzuziehen. Gestandene Profis wie Kevin Volland und Rekordzugang Demirbay äußerten sich ähnlich forsch.

Es folgten eine eher unterdurchschnittliche Hinrunde sowie eine bis zur Corona-Zwangspause sehr erfolgreiche Rückrunde. Seit dem Neustart haben sich die Leistungen der Werkself allerdings auf mäßigem Niveau eingependelt. Durch ein 0:2 zuletzt bei Hertha BSC verspielte Bayer seinen knappen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aus Gladbach im Rennen um die Champions League, die Bosz zufolge für die weitere Entwicklung der Mannschaft „sehr wichtig“ sei.

Doch selbst wenn ein Sieg gegen Mainz nicht für Platz vier reichen sollte, bietet diese spezielle Spielzeit im Zeichen der Coronakrise der Werkself noch einen alternativen Weg, ihr Saisonziel zu erreichen. „Wir haben noch zwei Möglichkeiten: erst gegen Mainz, und wenn das nicht klappt, die Europa League. Wenn wir die gewinnen, sind wir auch in der Champions League“, betont Bosz. Im August geht der Wettbewerb für den Pokalfinalisten aus Leverkusen mit dem Achtelfinal-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers weiter. Das Hinspiel gewann Bayer 3:1.