Bayer 04 Leverkusen: Ein Bender für alle Fälle

Leitwolf von Bayer 04: Ein Bender für alle Fälle

Lars Bender ist als Leitwolf aus der Werkself nicht wegzudenken. In seiner aktuellen Verfassung könnte der 28-jährige Kapitän von Bayer 04 auch zu einem WM-Kandidaten für Bundestrainer Joachim Löw werden.

Es war eine Szene wie aus dem Lehrbuch für Kapitäne: Nachdem die Wolfsburger Konterchance verpufft war, sprintete Lars Bender von einer Seite des Platzes auf die andere und baute sich vor seinem Teamkollegen Wendell auf. Gestenreich und lautstark machte der 28-Jährige dem vier Jahre jüngeren Brasilianer klar, dass dieser durch seinen eher gemächlichen Rückwärtsgang beinahe ein Gegentor billigend in Kauf genommen hätte. Wendell akzeptierte den Rüffel und schien verstanden zu haben - viele Torchancen ließ die Werkself beim 2:1-Erfolg in Wolfsburg nach dieser Szene aus der 37. Minute nicht mehr zu.

Lars Bender überzeugte bei seinem Startelfcomeback nach überstandenen Faserriss jedoch nicht nur durch seine Siegermentalität, sondern erwies sich auch sportlich als Gewinn für die zuletzt schwächelnde Werkself. Beispielhaft kann hierfür die erste Aktion der Partie genannt werden. Der gebürtige Rosenheimer hätte nach tollem Zusammenspiel mit Lucas Alario beinahe schon nach 19 Sekunden das 1:0 für Bayer 04 erzielt.

Defensiv sicher und dazu immer wieder mit guten Flankenläufen trug Lars Bender als Rechtsverteidiger seinen Teil dazu bei, dass die Werkself drei Punkte aus Wolfsburg entführte. "Wir waren über weite Strecken die überlegene Mannschaft und haben guten Fußball gezeigt", sagte er. Abgesehen von dem Anschlusstreffer durch Admir Mehmedi sei es "von vorne bis hinten ein guter Auftritt" der Leverkusener gewesen.

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Völler hob nach dem Triumph beim VfL noch einmal die Bedeutung des Defensiv-Allrounders für die Werkself hervor: "Allein wegen seiner Einstellung ist er sehr wichtig." Auf die Frage, ob Lars Bender in seiner aktuellen Verfassung nicht sogar ein Kandidat für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Russland sei, antwortete der Leverkusener Sportdirektor: "Wenn sich Lars nicht verletzt hätte, wäre er schon 2014 Weltmeister geworden. Unabhängig von der Position ist Lars ein wichtiger Spieler." Soweit, so vage.

Zuletzt hatte aber auch Manager Jonas Boldt Bundestrainer Joachim Löw, der neben dem Münchner Joshua Kimmich keine echte Alternativen für die Position des rechten Verteidigers hat, dazu geraten, einen Blick auf den 19-fachen Nationalspieler von Bayer 04 zu werfen. Dessen letzte Länderspielnominierung liegt allerdings schon eine Weile zurück: 2014 wurde Lars Bender in einem November-Testspiel gegen Spanien (1:0) in der Schlussminute eingewechselt.

Bei Bayer 04 ist er - soviel ist sicher - gesetzt. Am Samstag (18.30 Uhr) wird er gegen Borussia Mönchengladbach wohl sein 200. Bundesliga-Spiel bestreiten.

(sb)