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Bayer 04 Leverkusen: Edmond Tapsoba bringt die Steine ins Rollen

Für rund 20 Millionen Euro : Bayer 04 vor Verpflichtung von Edmond Tapsoba

Ehe sich am Freitag um 18 Uhr das Transferfenster schließt, kommt Bewegung in die Defensivabteilung der Werkself: Edmond Tapsoba soll nach Exequiel Palacios Bayers zweiter Winterzugang werden. Im Gegenzug könnten Panagiotis Retsos oder Aleksandar Dragovic den Verein verlassen.

Er ist jung, hochtalentiert und von Topklubs aus Europa umworben: Edmond Tapsoba. Der FC Barcelona und Leicester City sollen unter anderem an einer Verpflichtung des Innenverteidigers interessiert gewesen sein, doch jetzt deutet alles darauf hin, dass er sich für Bayer Leverkusen entschieden hat. Erste Gerüchte kamen Anfang der Woche auf. Jetzt steht der Deal kurz vor dem Abschluss – gerade noch rechtzeitig vor dem Schließen des Wintertransferfensters am Freitag um 18 Uhr. Der 20-Jährige soll einen langfristigen Vertrag unterschreiben. Die kolportierte Ablösesumme liegt bei rund 20 Millionen Euro.

Auf sich aufmerksam gemacht hat der in Burkina Faso geborene Innenverteidiger beim portugiesischen Erstligisten Vitória Guimarães, wo er in 16 Spielen auf vier Tore und zwei Vorlagen kommt. Bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Porto wurden Vertreter von Bayer im Stadion gesichtet. Sie haben sich Tapsoba genauer angeschaut. Sportdirektor Simon Rolfes sagte „Sport1“, dass er zu dem Transfer nicht viel sagen könne, fügte aber vielsagend hinzu: „Warten wir einfach ab.“

Der 1,92 Meter große Abwehrspieler passt perfekt in das Leverkusener Beuteschema. Er ist noch am Anfang seiner Entwicklung, gilt als extrem zweikampf- sowie kopfballstark und intelligent in der Spieleröffnung. Sollte sich der Tapsoba-Deal bestätigen, hätte das auch Folgen im Kader der Werkself. Die Ersatzspieler Panagiotis Retsos und Aleksandar Dragovic könnten eine Freigabe für einen Wechsel erhalten. „Klar ist: Wir werden nur dann einen Spieler abgeben, wenn wir auch einen neuen holen“, sagte Rolfes.

Kommt Tapsoba, geht wohl mindestens einer der beiden Wechselwilligen. Bei Retsos sind die Anzeichen für einen Abgang schon länger sichtbar. Der Grieche wechselte 2017 mit dem Ruf, eines der größten Verteidigertalente Europas zu sein, für 17,5 Millionen Euro von Olympiakos Piräus nach Leverkusen. Eine knapp einjährige, durch verschiedene Verletzungen verursachte Zwangspause bremste seine Entwicklung deutlich aus. Zuletzt kam er nur noch sporadisch zum Einsatz. In dieser Spielzeit stand er lediglich 113 Ligaminuten auf dem Rasen. Das stellt den 21-Jährigen natürlich nicht zufrieden. Zuletzt pochte er auf mehr Spielminuten – und ließ dabei offen, ob dies bei Bayer oder bei einem anderen Klub erfolgen könnte. Bei einem zusätzlichen Innenverteidiger im Kader würde sich seine Situation freilich deutlich verkomplizieren.

Vergangene Woche kamen Gerüchte auf, die in die erste italienische Liga führten. Inzwischen scheint vor allem der englische Premier-League-Aufsteiger und derzeitige Tabellenachte Sheffield United Interesse zu haben. Gut möglich, dass es bis 18 Uhr zu einer Einigung kommt.

Die Lage bei Aleksandar Dragovic ist ähnlich. Der österreichische Nationalspieler will mit Blick auf die Europameisterschaft im Sommer regelmäßig spielen, um in den Wettkampfrhythmus zu kommen. Das Problem: In Jonathan Tah und Sven Bender hat er zwei Konkurrenten vor sich, die wohl nur dann nicht spielen, wenn sie verletzt sind oder eine Verschnaufpause benötigen. Tah ist als junger Nationalspieler ebenso erpicht auf viel Spielzeit wie Dragovic, und Sven Bender ist als konstantester und bester Spieler der Hinrunde in Bayers Defensive nicht zu ersetzen. Trainer Peter Bosz, Sportgeschäftsführer Rudi Völler sowie Rolfes werden nicht müde, auf die lange Saison mit womöglich vielen Englischen Wochen zu verweisen, in der jeder Spieler auf seine Einsätze komme. Doch das kann etwaige Unzufriedenheit der betroffenen Spieler freilich nur sehr bedingt lindern.

Bislang hat nur Mittelstürmer Joel Pohjanpalo den Verein verlassen – auf Leihbasis bis zum Saisonende zum Hamburger SV. Kurz vor dem Ende des Transferfensters kommt nun wohl auch Bewegung in die Defensive. Tapsoba wäre dafür der entscheidende Auslöser, der den Stein ins Rollen bringt.