Bayer 04 Leverkusen droht die Saison zu entgleiten

Bayer-Kommentar : Leverkusen droht die Saison zu entgleiten

Bayer Leverkusen ist nach der 1:2-Heimpleite gegen Mönchengladbach auf dem Weg, die Saisonziele früh aus den Augen zu verlieren. Von der Euphorie der vergangenen Rückrunde ist nicht mehr viel übrig.

Der Frust sitzt nach der Niederlage gegen Mönchengladbach tief im Lager der Werkself. Es ist inzwischen Standard in Leverkusen, dass die Mannschaft mehr Ballbesitz hat als ihre Gegner, mehr Torchancen generiert, mehr Zweikämpfe gewinnt, eine höhere Sicherheit bei Pässen hat – und sich trotzdem nicht für ihren Aufwand belohnen kann. Die Erklärungsansätze dafür klingen stets ähnlich. Entweder fehlt Konzentration, Gier nach Toren, Konsequenz im Strafraum, oder defensive Abstimmung. Irgendwas ist immer. „Das war die schlechteste Halbzeit, seitdem ich da bin“ ist ein Satz, der so oder so ähnlich nicht zum ersten Mal in dieser Saison über die Lippen von Trainer Peter Bosz kam – und vielleicht auch nicht zum letzten Mal.

Die Frage ist, wie viele Spiele dieser Art sich Leverkusen leisten kann, wenn es seine Ziele nicht aus den Augen verlieren will. Die Saison droht längst zu entgleiten. Die Tabelle bietet nach zehn Spieltagen ein tristes Bild. Auf Platz zehn mit 15 Punkten steht Bayer nur unwesentlich besser als im Herbst 2018 da – damals noch mit Heiko Herrlich an der Seitenlinie. Nachhaltiger Fortschritt sieht anders aus. Hinzu kommt die Champions League, in der die Werkself zur Halbzeit der Gruppenphase punktlos Letzter ist.

Bosz brachte nach seinem Amtsantritt im Januar mit einer überragenden Rückrunde die Euphorie zurück unters Bayer-Kreuz. Davon ist ein knappes halbes Jahr später nicht mehr viel zu spüren.