Bayer 04 Leverkusen: Dreikampf um die Champions League

Nach 1:1 gegen Schalke : Bayer Leverkusen hat ein Finale in Berlin

Bayer 04 Leverkusen ist mitten drin im Kampf um die Champions League. Das mehrfach videobeweisgeprüfte 1:1 gegen den FC Schalke beschert der Werkself ein packendes Saisonfinale gegen Hertha BSC.

Gleichmut ist keine hervorstechende Eigenschaft von Rudi Völler, vor allem nicht unmittelbar nach einem nervenaufreibenden Bundesligaspiel. Daher war es auch wenig verwunderlich, dass Bayer Leverkusens Sportgeschäftsführer nach dem unglücklichen 1:1 (1:0) gegen den FC Schalke zu einer eher mäßig objektiven Analyse ausholte. Schiedsrichter Deniz Aytekin habe erheblichen Anteil an dem Remis, das für den Kampf um Platz vier und damit die Champions League ein Rückschlag ist. „Er hat beschlossen, nur für Schalke Elfmeter zu pfeifen“, sagte der 59-Jährige.

Der Unparteiische entschied zwei Mal auf Strafstoß gegen Leverkusen. In beiden Fällen kam der Videobeweis zum Einsatz. Den ersten parierte Lukas Hradecky gegen Daniel Caligiuri, den zweiten nahm Aytekin nach Überprüfung im Kölner Videokeller zurück. Als dann wenige Minuten später Caligiuri Julian Baumgartlinger im Strafraum zu Fall brachte, forderten Fans und Spieler der Werkself Elfmeter, doch die Pfeife des 40-Jährigen blieb stumm. Auch Guido Burgstallers zunächst abseitsverdächtiges 1:1 wurde per Videobeweis geprüft und für regelkonform befunden (48.).

„Alle im Stadion haben sich gewünscht, dass er sich die Szene mit Baumgartlinger nochmal anschaut, wie er es vorher ja auch gemacht hat“, sagte Völler, dessen Kritik Aytekin gelassen nahm. „Dass wir die Technik so einsetzen, wie in diesem Spiel, ist genau das, was der Fußball will“, sagte der Schiedsrichter. Er sei „heilfroh“ über den Videobeweis. Bei der Szene mit Baumgartlinger sei die Technik aber nicht nötig gewesen. Alles sei korrekt bewertet worden.

Abgesehen davon war es ein Spiel mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten. In den ersten 45 Minuten war Bayer 04 spielbestimmend. Vor und nach dem 1:0 durch Kai Havertz (31.) hätten weitere Tore folgen können. Doch nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste aktiver, kamen zum Ausgleich und vergaben die Chance zur Führung vom Punkt.

Beim FC Schalke konnten alle mit dem Remis gut leben. „Wir hatten weniger Ballverluste, eine bessere Körperspannung und mehr Aggressivität“, analysierte Trainer Huub Stevens. Die Blicke bei den „Knappen“, für die es am letzten Spieltag maximal um Platz 13 geht, sind ohnehin bereits auf die kommende Spielzeit gerichtet. „In dieser Saison sind wir klar hinter unseren Möglichkeiten geblieben. Wir wollen uns wieder auf eine ganz andere Ebene begeben“, sagte Mittelfeldspieler Bastian Oczipka. Gelingen soll das mit David Wagner, dem ehemaligen Coach von Huddersfield Town. Der 47-Jährige löst Stevens, der in seiner dritten Amtszeit auf Schalke auswärts ungeschlagen blieb, im Sommer ab.

Während die Gelsenkirchener an die Zukunft denken, könnte die Gegenwart für Bayer 04 kaum relevanter sein. Am Samstag geht es in Berlin um Platz vier. Die Konkurrenz aus Frankfurt ist zeitgleich beim FC Bayern zu Gast, Dortmund tritt in Mönchengladbach an. „Wenn wir gewonnen hätten, müssten wir nicht so viel auf die anderen schauen. Vielleicht ist dieser Punkt aber noch Gold wert“, sagte Hradecky mit Blick auf die spannende Konstellation. „Wir müssen den Mund abputzen und gewinnen – das ist die einzige Lösung.“ Auch Völler ist trotz allem guter Dinge. „Wir haben gegen Schalke unsere Hausaufgaben nicht gemacht. In Berlin müssen wir es besser machen. Dann haben wir eine ordentliche Chance auf den vierten Platz“, sagte er.

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