Bayer 04 Leverkusen: Drei Testspiele für Peter Bosz

Taktische Veränderungen: Drei Tests und viele Fragezeichen

In der anstehenden Testspielwoche dürfte sichtbar werden, wie sich Trainer Peter Bosz die Werkself der Zukunft vorstellt. Im Training lassen sich schon einige Vorlieben des Niederländers erkennen.

Wenn Peter Bosz über die offensiven Möglichkeiten spricht, die der Kader von Bayer 04 hergibt, wird es schnell variabel. Festlegen will er sich (noch) nicht. Eher nach vorne orientierte Außenverteidiger wie Wendell oder Patrick Weiser, pfeilschnelle und technisch starke Flügelspieler wie Karim Bellarabi oder Leon Bailey passen gut zu der taktischen Philosophie des Niederländers. Und dann sind da ja auch noch Akteure wie Kai Havertz, Julian Brandt oder auch Paulinho, der die Rückrunde unter dem neuen Trainer sicher nutzen will, um auf sich aufmerksam zu machen.

Es bleibt eine spannende Frage, wie Bosz die Werkself neu erfinden will. Erste valide Erkenntnisse dürfte diese Woche bringen, die gleich drei Testspiele bereithält. Es deutet nach den ersten Trainings bereits einiges darauf hin, dass Wendell und Weiser das Außenverteidiger-Duo bilden, auf das der 55-Jährige setzt. Beiden kommt offensives Verteidigen und Gegenpressing sehr entgegen.

Sie könnten verglichen mit dem eher kontrollierten und auf defensive Stabilität bauenden Ansatz unter Heiko Herrlich aufblühen. Das wird aber nicht die einzige interessante Beobachtung in den kommenden Tagen bleiben. Ebenfalls spannend sind auch die Fragen, wie Bosz die Absicherung nach hinten regelt, wer die Sturmspitze bildet und ob es bei der bisher im Grunde gesetzten „Doppelsechs“ im Zentrum bleibt. Oder schwenkt der Trainer auf nur einen defensiven Mittelfeldspieler um? Sein favorisiertes 4-3-3-System bietet den Rahmen für beide Möglichkeiten.

Julian Brandt sieht die Entwicklung der Werkself in den kommenden Wochen gelassen. Angesichts der knappen Zeit bis zum Rückrundenstart gegen Mönchengladbach am 19. Januar seien große Revolutionen ohnehin kaum möglich. „Wir erfinden den Fußball jetzt hier nicht neu“, sagte der Nationalspieler nach der ersten Trainingseinheit unter Bosz. Von Heiko Herrlich werde auch einiges erhalten bleiben.

Am Dienstag geht es für die Werkself gegen den niederländischen Zweitligisten Twente Enschede. Der dreimalige Pokalsieger ist in der vergangenen Saison abgestiegen und belegt der zeit den vierten Platz im Unterhaus des Nachbarlandes. Die Begegnung wird um 14 Uhr im Ulrich-Haberland-Stadion angepfiffen, findet auf Anraten der Polizei allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Gleiches gilt für die Partie am Freitag, 11. Januar, gegen den Drittligisten Preußen Münster (16.15 Uhr), der derzeit den siebten Tabellenplatz belegt. Bereits im Januar 2018 begegneten sich beide Teams zum Testen. Damals stand ein 2:2 nach 90 unterhaltsamen Minuten in der Bilanz. Das Spiel gegen PEC Zwolle ist hingegen frei zugänglich. Das Aufeinandertreffen mit dem abstiegsbedrohten niederländischen Erstligisten wird ebenfalls im Haberlandstadion direkt an der BayArena ausgetragen. Beginn ist um 14 Uhr bei freiem Eintritt.

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