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Bayer 04 Leverkusen: Drei Gründe für drei Punkte nach drei Spielen

Enttäuschender Saisonstart : Drei Spiele, drei Punkte, drei Gründe

Das 1:1 bei Aufsteiger VfB Stuttgart war das bereits dritte Unentschieden für Bayer Leverkusen. Jetzt fallen auch noch Patrik Schick und Moussa Diaby aus. Wir zeigen, warum die Werkself ihren Ansprüchen derzeit nicht gerecht wird.

Ganz so schlimm wie vor zwei Jahren ist es dann doch nicht. In der Saison 2018/19 fand sich die Werkself nach drei Niederlagen zum Start in die Spielzeit auf dem letzten Platz wieder. Mit drei Punkten nach drei Unentschieden steht Bayer 04 in diesen Tagen zwar etwas besser da, doch mit der Ausbeute kann Trainer Peter Bosz freilich nicht einverstanden sein. Wir nennen drei Gründe, warum die Werkself aktuell nicht in Fahrt kommt.

Der unausgewogene Kader Weder beim 0:0 zum Auftakt in Wolfsburg noch beim 1:1 gegen Leipzig oder beim 1:1 in Stuttgart ließ die Abwehr sonderlich viele Gelegenheiten zu. In Santiago Arias kam noch mal ein neuer Verteidiger mit internationaler Vita hinzu, ein weiterer Defensivmann könnte bis zum Ende der Transferphase an diesem Montag den Weg nach Leverkusen finden. Derzeit listet der Klub elf Abwehrspieler auf. In Panagiotis Retsos, Aleksandar Dragovic, Tin Jedvaj und Mitchell Weiser schafften es allein vier davon beim Gastspiel am Samstag nicht in den Kader.

Ein völlig anderes Bild ergibt sich beim Blick auf den Sturm. Dort steht Coach Bosz nach der Leihe von Joel Pohjanpalo an Union Berlin sowie der Verletzung von Patrik Schick, der nach seinem Faserriss wohl drei bis vier Wochen ausfällt, aktuell nur noch Lucas Alario zur Verfügung. Es würde schon sehr verwundern, sollte der Werksklub nicht noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden, um dieses Ungleichgewicht mit Blick auf Abwehr und Sturm zu beheben.

Der ausbleibende Lerneffekt Moussa Diaby ist zweifelsfrei einer der Entdeckungen der vergangenen Saison. Mit seiner Schnelligkeit und seinem Ideenreichtum ist er für jeden Gegner eine Gefahr. Was die Effektivität betrifft, gibt es beim jungen Franzosen allerdings noch Steigerungsbedarf. Nicht selten verpasst der 21-Jährige den richtigen Zeitpunkt des Abspiels, flankt ins Nirwana oder verzettelt sich in Dribbelorgien. Dass er nun aufgrund eines Faserrisses im linken Fußmuskel vorerst ausfällt, hilft seiner Entwicklung sicher nicht. Kaum ein Profi der Werkself fasziniert so sehr wie der Flügelstürmer, sorgt aber zugleich bei Fans wie Trainerteam für Entgeisterung.

Während bei Diaby zumindest die Hoffnung da ist, dass er an seinen Schwächen arbeitet und mit der Zeit besser wird, verläuft jeglicher Lernfortschritt bei Karim Bellarabi offenbar im Sande. In Stuttgart präsentierte sich der elffache deutsche Nationalspieler in der schwächsten Version seiner selbst. Nicht nur hatte der 30-Jährige Glück, dass er für seinen infantilen Nasengrapscher bei Gegenspieler Roberto Massimo nur Gelb statt Rot sah: Auch sein vermeidbares Foul zuvor, das zum Freistoß und letztlich zum Gegentor führte, sollte einem Spieler mit seiner Erfahrung nicht passieren. Die Rüffel von Teamkollege Lukas Hradecky („unnötig“) sowie Trainer Peter Bosz („dumm“) waren mehr als verdient.

Die mangelnde Führungsstärke In Sven Bender und Lukas Hradecky standen am Samstag lediglich zwei Spieler in der Startelf, die aufgrund ihrer Erfahrung als Profis, ihrer Leistungsstärke, ihres Naturells und letztlich auch ihres Alters dazu taugen, als Führungsspieler voranzugehen. Sicher dient auch Neu-Kapitän Charles Aránguiz in Sachen Einsatzbereitschaft als Vorbild. Als Wortführer fällt der Chilene jedoch nicht zuletzt wegen mangelnder Sprachkenntnisse aus dem Raster. Ansonsten bietet der Kader der Werkself zwar viel Talent, aber wenig Führungspersönlichkeiten.