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Bayer 04 Leverkusen: Doch noch erfolgreiche Rückserie?

Bayer Leverkusen : Wendepunkt BayArena?

Für die Werkself stehen drei Heimspiele in drei Wettbewerben an. Mit dem eigenen Publikum im Rücken kann die Trendwende hin zu einer doch noch erfolgreichen Rückserie erfolgen.

Die BayArena gilt landläufig nicht als Hexenkessel unter den deutschen Fußballstadien. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren durchaus etwas getan. Die Nordkurve ist im unteren Bereich mittlerweile eine echte - wenn auch kleine - Stehplatzkurve. Die Gesangsbeteiligung ist meist gut. Und in engen Spielen - wie in der zweiten Halbzeit gegen den VfL Wolfsburg - wird das Publikum zum wichtigen Faktor für die Werkself. "Das war wirklich klasse, wie uns die Fans da unterstützt haben", befand auch Trainer Roger Schmidt.

Er weiß, wie wichtig der bedingungslose Rückhalt und die Unterstützung des Publikums für seine Mannschaft in den kommenden Wochen sein werden. Die heimische Arena muss zur Festung werden. Es stehen drei Heimspiele in Folge in drei unterschiedlichen Wettbewerben an. Nachdem zuletzt die Ergebnisse fehlten, muss die Trendwende her, sonst verspielt Bayer 04 zu Hause seine Saisonziele. Auf Rang sechs droht derzeit sogar das Minimalziel Europa League in Gefahr zu geraten.

Nur zwei Siege aus den vergangenen zehn Spielen stehen für den Bundesligisten zu Buche. Noch schlimmer: Nur eines der vergangenen sieben Spiele in der BayArena wurde gewonnen. Von einer Festung kann in dieser Saison also noch keinerlei Rede sein. Und gerade jetzt kommt mit Atlético Madrid der spanische Meister (morgen, 20.45 Uhr/ live im ZDF) zum Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League nach Leverkusen.

Das Team aus der Hauptstadt hat auswärts in der Champions League von seinen vergangenen zehn Spielen nur eines verloren: das Finale in Lissabon 2014 gegen Real Madrid (1:4 nach Verlängerung). "Das wird eine sehr schwere Aufgabe", sagt Schmidt, "nicht nur, weil Madrid tollen Fußball spielt, sondern weil es die Mannschaft ist, die im Bereich Mentalität in den letzten Jahren allerhöchstes Niveau verkörpert hat."

Die Unterstützung der Fans ist der Werkself allerdings sicher. Während Bayer 04 in dieser Saison Probleme hatte, die BayArena an Dienstag- und Mittwochabend-Spielen voll zu bekommen, hat der Verein für die Partie gegen Madrid alle seine Tickets verkaufen können. Wie voll der Gästeblock wird, zeigt sich erst am Spieltag. Erstmals in dieser Spielzeit wird das Stadion bei einem Heimspiel auf internationalem Parkett also praktisch ausverkauft sein (Kapazität: 29 412 Zuschauer).

Auch an Bundesliga-Spieltagen hat es Bayer 04 geschafft, das Interesse zu steigern. Sieben seiner elf Heimspiele waren ausverkauft - dazu zählten die Duelle mit Paderborn und Frankfurt. Im Schnitt besuchten bisher 29 210 Zuschauer die Spiele (Kapazität: 30 210). Bei aller negativer Betrachtungsweise hat die Heimbilanz aber auch etwas positives: Keine der sieben Partien, die in dieser Bundesliga-Saison ausverkauft waren, hat Leverkusen verloren. Diese Serie soll fortgeschrieben werden. Mit drei erfolgreichen Heimspielen in gleich drei Wettbewerben kann und soll die Trendwende hin zu einer doch noch erfolgreichen Rückserie erfolgen.

Allerdings: Der SC Freiburg, der am Samstag in der BayArena vorspielt, hat in Liga und Pokal in dieser Spielzeit zwar nur sechs Siege eingefahren, davon jedoch vier in der Fremde. Und der 1. FC Kaiserslautern, Gegner im DFB-Pokal-Achtelfinale heute in einer Woche, hat bereits in der Vorsaison gezeigt, wie ein Pokalsieg auf Leverkusener Boden funktioniert.

Nach dem 2:2 in Augsburg waren die Leverkusener Anhänger zunächst nicht gut auf ihr Team zu sprechen. Als die Mannschaft sich nach dem Last-Minute-Ausgleich für die Unterstützung der rund 600 Anhänger bedanken wollte, schlugen ihr lautstarke und gestenreiche Unmutsbekunden entgegen. Für die Werkself bleibt somit zu hoffen, dass die Fans das Spiel morgen bereits vergessen haben und die BayArena drei Spiele lang in einen Hexenkessel verwandeln.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Augsburg - Bayer: Einzelkritik

(RP)