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Bayer 04 Leverkusen: Die neue Stärke ist das Kollektiv

„Teamgeist ist außergewöhnlich“ : Bayer Leverkusens neue Stärke ist das Kollektiv

Bayer 04 Leverkusen trotzt derzeit allen Widerständen und setzt sich auch im Lokalduell beim Rivalen 1. FC Köln klar durch. Ein Vorteil in dieser Saison: Die Werkself ist nicht mehr so stark von einzelnen Spielern abhängig.

Nach dem Schlusspfiff trafen sich die Spieler von Bayer Leverkusen in der Ecke des Kölner Stadions, wo an normalen Tagen die Fans der Werkself ihr Team empfangen hätten. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“, schallte es durch die menschenleere Spielstätte in Müngersdorf. Bayers Leon Bailey hielt die Feierlichkeiten des Teams der Stunde nach dem 4:0-Derbysieg beim Rhein-Rivalen mit seinem Smartphone per Video fest. Es zeigt: Viel besser könnte die Stimmung unter dem Bayer-Kreuz derzeit nicht sein.

Der Lauf des Tabellenführers hat Gründe. Viele Gründe. Einer davon ist sicher der, dass die Leverkusener in dieser Saison weitaus weniger abhängig von einzelnen Spielern sind, als in den Jahren zuvor. Kai Havertz und Kevin Volland haben längst neue Klubs gefunden, Charles Aránguiz, Exequiel Palacios, Santiago Arias und Paulinho fehlen seit Monaten verletzt. Und doch siegt Bayer einfach immer weiter.

„Egal, wer reinkommt: Wir haben momentan diese ‚Next-man-up’-Mentalität“, sagt Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger. „Das ist ein ganz hohes Niveau und sicherlich eine unserer großen Stärken.“ War in den Partien zuvor noch Bailey mit seinen Treffern der entscheidende Mann, verteilte Bayer beim Triumph in der Domstadt die Offensivlast auf viele Schultern. Es trafen in Mitchell Weiser, Moussa Diaby, Patrik Schick und Florian Wirtz gleich vier verschiedene Schützen.

Simon Rolfes, Sportdirektor beim Werksklub, hebt den „außergewöhnlichen Teamgeist“ hervor. „Jeder Spieler im Kader hat eine Perspektive, alle können sich mit Leistung für die Mannschaft empfehlen“, sagt er. Das setze Energie frei. Jeder arbeite mit und zeige Mentalität. „Durch die Siege steigt natürlich auch das Selbstvertrauen im Spiel mit dem Ball. Wir kombinieren aktuell sehr gut.“

 In der Bundesliga ist die Mannschaft von Trainer Peter Bosz das einzige Team, das noch ungeschlagen ist. Mit Blick auf Europas Top-Ligen können das sonst nur Juventus Turin und der AC Mailand von sich behaupten. Kölns Trainer Markus Gisdol musste neidlos anerkennen: „Sie sind momentan nicht unsere Kragenweite, wenn sie so drauf sind.“ Am Samstag (18.30 Uhr) trifft Leverkusen nun auf eine Mannschaft, die sich wohl eher auf Augenhöhe befindet: den FC Bayern.