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Bayer 04 Leverkusen: Die Lage im Mittelfeld der Werkself entspannt sich

Alle Sechser genesen : Die Lage in Bayers Zentrale entspannt sich

Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger und Exequiel Palacios sind wieder im Training, Kerem Demirbay ist nicht mehr gesperrt: Bayer-Trainer Peter Bosz hat in der Mittelfeldzentrale wieder viele Optionen.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Bewiesen wird die Phrase durch die Situation in Bayer Leverkusens Kader. Für das Topspiel gegen Dortmund am vergangenen Samstag musste Trainer Peter Bosz angesichts von Sperren und Verletzungen im Mittelfeld noch improvisieren. Lars Bender sowie Nadiem Amiri bildeten in der Zentrale die Schaltstelle für die Partie. Die Idee ging auf: Der Kapitän erzielte das Siegtor, der Nationalspieler bereitete einen Treffer vor und war an etlichen guten Offensivaktionen beteiligt. Beide waren ein Schlüssel für den 4:3-Erfolg gegen den BVB – und doch wird es am Samstag bei Union Berlin wohl nicht zu einer Fortsetzung kommen. Denn die Personallage im Kader hat sich entspannt.

Charles Aránguiz (Faserriss in der rechten Wade) und Julian Baumgartlinger (Knieprobleme) waren bereits am Dienstag wieder im Training. Ersterer absolvierte bereits drei Einheiten des hochintensiven „Fußball-Konditionstrainings“ (FKT), Letzterer war ebenfalls wieder mit der Mannschaft auf dem Platz, allerdings ohne direkte Duelle. Auch bei Exequiel Palacios sieht es so aus, als hätte er seine Rückenprobleme überwunden. Und dann ist da noch Kerem Demirbay, der seine Sperre nach der Gelb-Roten Karte in Hoffenheim abgesessen hat. Ob die beiden Genesenen bereits für den Samstag eine Option sind, ist indes noch offen.

Bosz ist nicht bekannt dafür, sich gerne in die Karten schauen zu lassen. Daher lässt er bewusst offen, ob und wie er am Wochenende aufstellen wird. Allerdings: Amiri erhielt von dem Niederländer ein Sonderlob. „Direkt nach der Winterpause war ich nicht mit ihm zufrieden“, sagte der Niederländer. „Das habe ich ihm auch so gesagt und danach hat er sehr gut trainiert. Er hat nicht nur gegen Dortmund gespielt, weil wir zu wenige Sechser hatten. Nadiem hat es sehr gut gemacht.“ Das gleiche gelte auch für Bender, der die Position freilich jahrelang gespielt hat. Dennoch habe der 56-Jährige bemerkt, dass sich der Leitwolf der Werkself zunächst mit der Aufgabe etwas schwergetan hat, nachdem er seit mehreren Saisons als rechter Verteidiger gesetzt war.

„Ich habe am Anfang gesehen, dass er noch ein bisschen auf der Suche war“, sagt Bosz, der solch spontane Positionswechsel noch aus eigener Erfahrung als Spieler kennt. Das gilt auch für die daraus resultierenden Probleme. „Ich habe immer als Sechser gespielt, dann war ich lange Innenverteidiger – und auf einmal war ich wieder im Mittelfeld.“ Das erfordere immer eine Umstellung, vor allem im Kopf. Trotzdem ist der Coach hochzufrieden mit dem 30-Jährigen. „Es ist immer gut für einen Trainer zu sehen, dass es noch weitere Optionen gibt.“ Die hat Bosz nun bei der Frage im Zentrum zuhauf.

In Berlin kommt es darauf an, den Sieg gegen Dortmund zu vergolden. Bei drei Punkten und idealen Parallelergebnissen winkt womöglich gar Platz drei. Doch abgesehen von tabellarischen Rechenspielen ist die Partie beim abstiegsbedrohten Aufsteiger auch wichtig, um Schwung für die kommenden Aufgaben zu holen. Am kommenden Donnerstag geht es im Hin- und Heimspiel gegen den FC Porto in der Europa League weiter (21 Uhr).

Eine gute Nachricht für den Europacup erreichte den Werksklub nun von der Uefa: Palacios, der mit River Plate Buenos Aires in seinem letzten Spiel in der Copa Libertadores die Rote Karte sah, kann trotzdem für Bayer in der Europa League spielen. Während seine Sperre aus der argentinischen Liga in die Bundesliga übertragen wurde, kann er im internationalen Wettbewerb ungehindert auflaufen. Grund dafür ist, dass bei den Kontinentalverbänden – also Uefa und Conmebol – Sperren nicht übertragen werden.