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Bayer 04 Leverkusen: Die Gewinner und Verlierer unter Hannes Wolf

Von Bailey bis Gray : Die Gewinner und Verlierer unter Wolf

Hannes Wolf hat den Auftrag, Bayer Leverkusen in den internationalen Fußball zu führen. In fünf Spielen unter seiner Regie gewann die Werkself zehn Punkte. Die gute Bilanz liegt auch an den Personalentscheidungen des 40-Jährigen.

Seit dem 23. März trainiert Hannes Wolf die Werkself. Fünf Ligaspiele hat er nun an Bayers Seitenlinie erlebt und dabei zehn Punkte gewonnen. Bayer Leverkusen mischt weiterhin im Rennen um einen Europapokalplatz mit und überzeugte beim 3:1-Sieg gegen Frankfurt am Samstag erstmals unter Wolf auch spielerisch. Wir blicken vor der zweiwöchigen Ligapause auf die Gewinner und Verlierer des Trainerwechsels.


Exequiel Palacios Wolf vertraut auf die Qualitäten des 22-jährigen Argentiniers. In den fünf Partien unter der Regie des Interimstrainers stand er fünf Mal in der Startelf – und der Mittelfeldspieler zahlt das Vertrauen mit guten bis starken Leistung als Mittelfeldwühler vor der Abwehr zurück. Bei Wolfs Vorgänger Peter Bosz war Palacios nach seiner rund dreimonatigen Verletzungspause (Teilfrakturen im Lendenwirbelbereich) außen vor und saß seit Ende Januar lediglich auf der Ersatzbank. Nach seinen jüngsten Auftritten bleibt eigentlich nur die Frage: Warum eigentlich?

Kerem Demirbay Bayers Rekordtransfer hat nach wie vor Probleme, durchweg überzeugende Leistungen zu zeigen, doch auch er ist einer der Profiteure des Trainerwechsels – nicht nur wegen seines Tores zum 3:1 gegen Eintracht Frankfurt in der Nachspielzeit. Der 27-Jährige steuerte auch jeweils eine Vorlage beim 3:0 gegen Köln sowie 2:1 gegen Schalke bei. Zum Vergleich: Unter Bosz gelangen ihm in 21 Ligaspielen insgesamt nur vier Scorerpunkte. Die Formkurve des zentralen Mittelfeldspielers zeigt im Saisonendspurt nach oben.

Leon Bailey Wolf ließ den schnellen und dribbelstarken Jamaikaner zum Start seiner Amtszeit in Leverkusen vorerst auf der Ersatzbank schmoren. Gegen Schalke wirkte er nur 22 Minuten mit, bei der Nullnummer gegen Hoffenheim gar nur vier. Das hat offenbar etwas in Bailey ausgelöst. Gegen Köln erhielt er seine Chance in der Startelf – und er nutzte sie für eine Gala mit zwei Treffern und einer Vorlage. Die 0:2-Niederlage in München war für ihn wie für die gesamte Werkself ein Ausreißer nach unten, doch er wusste den Eindruck gegen Frankfurt zu korrigieren und steuerte ein Tor sowie eine Vorlage zum wichtigen Sieg bei. In dieser Form ist der 23-Jährige unverzichtbar für Wolf – und Bayer.

Demarai Gray Der Engländer, der im Winter aus Leicester City unters Bayer-Kreuz gewechselt ist, konnte nicht an seinen Traumstart in Leverkusen anknüpfen. In seinen ersten drei Kurzeinsätzen für die Werkself gelangen dem 24-Jährigen ein Tor und zwei Vorlagen. Er war auch danach fester Bestandteil der Rotation von Ex-Trainer Peter Bosz – dann kam Wolf. Unter dem Leih-Trainer hat es der Linksaußen bislang erst zwei Mal überhaupt in den Kader geschafft. Auf seine erste Einwechslung wartet er bis heute. Sein Pech ist freilich auch, dass sein Positionskonkurrent Leon Bailey zuletzt überzeugt hat. Mehr als ein Lob des Coaches für die Trainingsleistung gab es für Gray bislang nicht.

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Jeremie Frimpong Nach drei Einwechslungen in den ersten drei Partien unter Wolf bekam der Niederländer in München seine Chance in der Startformation – und nutzte diese nicht. Gegen Frankfurt fand sich kein Kaderplatz mehr für den 20-Jährigen, der bislang vor allem durch seine enorme Antrittsgeschwindigkeit aufgefallen ist. Bayers Interimscoach setzt den von Celtic Glasgow gekommenen Youngster bislang vorrangig im rechten Mittelfeld ein, wohl auch, weil Frimpong defensiv mit physisch robusteren Gegenspielern noch Probleme hat.

Mitchell Weiser Nachdem sich der gebürtige Troisdorfer kurz vor der Winterpause an die Mannschaft herangekämpft und unter Bosz zu einigen Einsätzen gekommen war, bremste ihn eine Oberschenkelverletzung mehrere Wochen aus. Diese hatte er im Spiel bei Eintracht Frankfurt Anfang Januar erlitten. Seitdem pendelt der Außenverteidiger beständig zwischen Ersatzbank und Tribüne. An diesem für den 27-Jährigen sicherlich unbefriedigenden Status hat sich auch nach Bayers Trainertausch nichts geändert. Während andere Profis wie Palacios von der Wolf-Verpflichtung profitieren konnten, spielt Weiser nach wie vor keine Rolle.