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Bayer 04 Leverkusen: Die Bilanz nach 25 Spielen unter Gerardo Seoane

25 Spiele unter Seoane : Was bei der Werkself gut läuft – und was nicht

Nach 17 Spieltagen belegt Bayer Leverkusen Platz vier in der Bundesliga. Um für mehr in Frage zu kommen, muss die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane in der Rückrunde auch in den Top-Spielen Leistung bringen.

Wenn die Hinrunde den Zuschauern von Bayer 04 eines gelehrt hat, dann wohl das: Auf die Werkself ist Verlass – im positiven wie im negativen Sinn. Wer die Spiele der Leverkusener seit Jahren intensiv verfolgt, der weiß, was ihn erwartet. Fußball unter dem Bayer-Kreuz steht für Talente, Tore und einen offensiven Spielstil. Das ist die Werkseinstellung. Dazu gehören allerdings auch Rückschläge und sich stets ähnelnde Schwachpunkte. Wir blicken auf die ersten 25 Pflichtspiele unter Trainer Gerardo Seoane.

Das war gut Patrik Schick ist in der Form seines Lebens. 16 Tore hat der Tscheche in der Hinrunde erzielt – ein Vereinsrekord. Der 25-Jährige trifft im Schnitt alle 68 Minuten und steht damit sogar noch besser da als Münchens Robert Lewandowski (76 Minuten pro Treffer) und Dortmunds Erling Haaland (69). Gemeinsam mit den in dieser Spielzeit abermals verbessert auftretenden Top-Talenten Florian Wirtz und Moussa Diaby bildet Schick das zweitgefährlichste Offensivtrio der Liga. Nur die Münchner Lewandowski/Serge Gnabry/Leroy Sané kommen zusammen auf mehr Tore als die drei Profis der Werkself. Das Resultat: Bayer belegte in der Hinserie an 14 von 17 Spieltagen konstant einen der anvisierten Champions-League-Plätze und geht als Vierter in die Winterpause.

Positiv hervorzuheben ist zudem der überzeugende Gruppensieg in der Europa League. Nur das vom ehemaligen Leverkusener Coach Peter Bosz trainierte Olympique Lyon sammelte in der Gruppe mehr Punkte als der Werksklub. Bayer setzte sich trotz der Niederlage mit einer B-Mannschaft am letzten Spieltag in Budapest souverän gegen Ferencvaros, Celtic Glasgow sowie Betis Sevilla durch und qualifizierte sich direkt fürs Achtelfinale.

Der Umbruch im Sommer mit sieben Zugängen und noch mehr Abgängen verlief zudem erstaunlich geräuschlos. Allen voran der aus Berlin gekommene Robert Andrich hat bislang überzeugt und sich als wertvollster Transfer erwiesen.

Das war schlecht In der BayArena läuft es bislang nicht rund für die Werkself. Sie belegt in der Heimtabelle lediglich den zwölften Platz und hat auswärts (15) bislang mehr Punkte als zuhause (13) gesammelt. Das liegt unter anderem an der schwachen Verteidigung. Nur fünf Mannschaften haben bisher mehr Tore als Leverkusen (28) kassiert.

Ein weiterer Grund, warum es für Seoane und sein Trainerteam trotz der insgesamt ordentlichen Hinserie genügend Ansatzpunkte gibt, ist die Bilanz in den Spitzenspielen. Gegen die anderen Teams aus den Top acht – München, Dortmund, Freiburg, Hoffenheim, Frankfurt, Union Berlin und Köln – sammelte Bayer magere drei Punkte und gewann keines dieser Duelle. Gleich drei Mal gab Leverkusen dabei einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand. Zudem konnte Bayer noch keinen Ligasieg feiern, nachdem es in Rückstand geraten war – bei sieben Gelegenheiten (zwei Remis).

Und dann ist da noch das Aus im Pokal gegen den Zweitligisten Karlsruher SC. Das 1:2 am 27. Oktober trotz drückender überlegenheit und etlicher Torchancen trübt die ansonsten ordentliche Bilanz.