Bayer 04 Leverkusen: Der FC Augsburg ist der Lieblingsgegner der Werkself

18 Duelle, keine Niederlage : Augsburg ist Bayers Lieblingsgegner

Am Samstag reist die von Peter Bosz trainierte Werkself zum FC Augsburg. Ein Blick in die Historie beider Vereine zeigt, dass Bayer 04 gegen kaum einen zweiten Bundesligisten häufiger und lieber punktet als gegen den FCA.

Als der FC Augsburg 2011 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga aufgestiegen ist, hatten nur die wenigsten Experten damit gerechnet, dass sich der Klub aus dem Freistaat Bayern auf Dauer in der Beletage des deutschen Fußballs etablieren könnte. Doch die Fuggerstädter erwiesen sich als hartnäckiger Kontrahent, schlugen in den vergangenen acht Jahren zwei Mal den Rekordmeister aus München und zogen 2015 sogar in die Europa League ein. Nur gegen einen Bundesligisten – lässt man das Remis gegen Union Berlin am 2. Spieltag der laufenden Saison außen vor – hat es der FCA nicht geschafft, in acht Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit einen Sieg zu landen: Bayer 04 Leverkusen.

Dabei hatte Augsburg die Werkself bereits im ersten Aufeinandertreffen am 26. Oktober 1993 an den Rand einer Niederlage gebracht. Im Achtelfinale des DFB-Pokals war Leverkusen zu Gast im Rosenaustadion. Nach torlosen 90 Minuten zuzüglich Verlängerung kam es zum Elfmeterschießen – und beide Teams zeigten Nerven. Die Augsburger Schützen Thomas Motzke, Thomas Hanke und Christian Radlmaier scheiterten vom Punkt. Auf Leverkusener Seite vergaben Martin Kree und Dirk Schuster. Franco Foda, Andreas Thom, Christian Wörns und Ralf Becker schossen die Werkself ins Viertelfinale.

Auf das zweite Kräftemessen mussten die Fans beider Klubs 15 Jahre warten: Am 23. September 2008 kam es im Rosenaustadion zum Wiedersehen im Pokal, und erneut setzte sich die favorisierte Werkself durch – dieses Mal allerdings deutlicher. Stefan Kießling gelang wenige Minuten vor der Pause das Führungstor, Arturo Vidal sorgte mit seinem Treffer in der 79. Minute für die Entscheidung.

In den ersten Jahren nach dem Augsburger Aufstieg in die Bundesliga erwies sich der 16.000-Mitglieder-Verein aus Bayern als Punktelieferant für die Werkself, die zwischen 2011 und 2014 sieben Partien in Serie zum Teil klar für sich entschied. Erst am 22. Spieltag der Saison 2014/15 verbuchte der FCA sein erstes Remis (2:2) gegen Bayer 04 – und ließ bis heute fünf weitere folgen.

An ein Duell gegen Augsburg werden sich Leverkusens Fans sicher besonders gerne erinnern. Am 17. Februar 2017 gelang Karim Bellarabi das 50.000. Tor der Bundesliga-Geschichte im Südwesten Bayerns. Vorlagengeber war ein gewisser Kai Havertz, der damals für den nach Transferstreitigkeiten durch den Weltverband Fifa gesperrten Hakan Calhanoglu in die Startelf rückte. Bayers Offensivjuwel bereitete aber nicht nur den historischen Treffer vor, sondern auch das entscheidende 3:1 durch Chicharito. Es ist also nicht übertrieben zu sagen, dass die Karriere des heute 20-Jährigen damals in Augsburg einen gewaltigen Schub erhielt.

Lars Bender war sich nach dem verdienten Sieg in der Fuggerstadt jedenfalls in einer Sache sicher. Aus Kai Havertz, hob der Kapitän mit der Weisheit des erfahrenen Profis an, könne noch „richtig was werden“. Er sollte Recht behalten.

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