Bayer 04 Leverkusen: Das leise Ende des Rekordsommers

Bei Bayer bleibt es am „Deadline Day“ ruhig : Das leise Ende des Rekordsommers

In seiner ersten Transferperiode vor einer neuen Saison hat Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes früh für klare Verhältnisse gesorgt – und dabei zwei Rekorde aufgestellt. Entsprechend ruhig blieb es am Montag unterm Bayer-Kreuz.

Am „Deadline Day“ ist die ohnehin nicht sonderlich gelassene Fußball-Welt noch aufgewühlter als sonst. Auf den letzten Metern der Transferphase versuchen Klubs, ihre Kader zu verstärken oder zu verschlanken, ein Schnäppchen zu machen oder Geld einzunehmen. Die Meldungen über (geplatzte) Wechsel überschlagen sich. Nicht selten gibt es noch ein paar Überraschungen und Sensationen, ehe sich das Transferfenster bis zur Winterpause schließt und vorerst keine Frage offen bleibt. Bei Bayer 04 war indes keine Spur von dem Wechselspielgetöse. Der Klub hat seine Hausaufgaben längst erledigt – und einen Rekordsommer hinter sich.

Bereits am 9. Mai bestätigte Bayer 04, dass Kerem Demirbay aus Hoffenheim ins Rheinland wechseln würde. Den Verantwortlichen um Sportgeschäftsführer Rudi Völler und Sportdirektor Simon Rolfes war der Mittelfeldspieler die Rekordsumme von 32 Millionen Euro wert. Damit ist Demirbay Nachfolger von Kevin Volland, der 2016 für 20 Millionen Euro aus dem Kraichgau kam und die Bestmarke innehatte.

Am 14. Juni folgte dann die Bekanntgabe des Wechsels von Flügelspieler Moussa Diaby nach Leverkusen. Für den französischen Meister und U-Nationalspieler, der in der Vorsaison für das von Thomas Tuchel trainierte Star-Ensemble in Paris spielte, zahlte der Werksklub rund 15 Millionen Euro. Nur drei Tage später hatten Rolfes und Co. dann auch die gewünschte Alternativoption für Linksverteidiger Wendell gefunden: Trainer Peter Bosz lotste seinen ehemaligen Ajax-Lieblingsschüler Daley Sinkgraven aus Amsterdam zur Werkself. Kostenpunkt: fünf Millionen Euro.

Als letzter Höhepunkt des Transfersommers erwies sich schließlich die Verpflichtung von U21-Vize-Europameister Nadiem Amiri. Erneut schlug Bayer 04 bei Hoffenheim zu. Und erneut ließ sich die TSG gut bezahlen. Weitere neun Millionen Euro flossen in die Kassen des Liga-Konkurrenten. Unter dem Strich hat der Werksklub damit Spieler für zusammengerechnet 61 Millionen Euro verpflichtet – ebenfalls ein neuer Vereinsrekord.

Die namhaften Abgänge beschränkten sich auf Nationalstürmer Julian Brandt (25 Millionen Euro/Dortmund) und Dominik Kohr (8,5 Millionen Euro/Frankfurt). Damit hat der Werksklub – sicher auch mit Blick auf die Champions-League-Rückkehr– zum ersten Mal seit drei Jahren mehr Geld für neue Spieler ausgegeben statt eingenommen.

Durch den Verbleib des unter anderem vom FC Bayern umworbenen Kai Havertz für mindestens eine weitere Saison waren die Weichen für die neue Spielzeit früh gestellt. In den kommenden Wochen wird die von Rolfes zusammengestellte Mannschaft nun zeigen müssen, dass sie auch in den Englischen Wochen die notwendigen Ergebnisse einfahren kann, um in Liga und Pokalwettbewerben zu bestehen. Nur so kann aus dem Rekordsommer auch eine gute Saison werden.

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