Leihspieler im Fokus Das ist Bayers Plan mit Amiri und Co.

Leverkusen · Die Leverkusener Leihspieler Nadiem Amiri, Joel Pohjanpalo und Mitchell Weiser haben bei ihren jeweiligen Klubs zuletzt durchaus überzeugen können. Eine Zukunft unter dem Bayer-Kreuz hat aber kein Profi aus dem Trio.

 Bayer-Leihgabe Nadiem Amiri (l.) – hier im Zweikampf mit Bolognas Mitchell Dijks – ist mit Genua aus der Serie A abgestiegen.

Bayer-Leihgabe Nadiem Amiri (l.) – hier im Zweikampf mit Bolognas Mitchell Dijks – ist mit Genua aus der Serie A abgestiegen.

Foto: AP/Tano Pecoraro

In keinem der vergangenen fünf Jahre hat Bayer 04 so viele Spieler an andere Klubs verliehen wie in der zurückliegenden Saison. Mit Nadiem Amiri, Joel Pohjanpalo, Mitchell Weiser und den beiden ehemaligen Leverkusener Jugendspielern Ayman Azhil und Yannik Schlößer trugen zuletzt fünf Profis mit Vertrag beim Werksklub das Trikot anderer Vereine. Wir zeigen, wie Bayers Plan mit den Leihspielern aussieht.

Nadiem Amiri Der dreifache deutsche Nationalspieler hat sich nach einer für ihn enttäuschenden Hinrunde unter Coach Gerardo Seoane dem italienischen Erstligisten CFC Genua angeschlossen. Für den Klub aus der Hafenstadt bestritt der Mittelfeldmann 13 Partien, in denen er ohne Torerfolg blieb – bei zwei Vorlagen. Am Ende stand für Genua trotz eines überraschenden 2:1-Sieges gegen Rekordmeister Juventus Turin der Abstieg. Die bei der Leihe vereinbarte Kaufpflicht hätte nur gegriffen, wenn die Italiener die Klasse gehalten hätten. Eine Rückkehr des 25-Jährigen unters Bayer-Kreuz ist trotz eines bis 2024 gültigen Vertrags eher unrealistisch. Amiri würde dem Vernehmen nach gerne in Italien bleiben, Interessenten aus der Serie A soll es auch geben. Bei einem Wechsel kann Bayer auf eine Ablöse im hohen einstelligen Milionenbereich hoffen.

Joel Pohjanpalo Der Finne stand in der vergangenen Spielzeit lediglich ein paar Minuten für die Werkself auf dem Rasen. Nach drei Kurzeinsätzen wechselte der Angreifer in die Türkei zu Caykur Rizespor. Dass das Team den Ligaverbleib als Viertletzter verpasste, lag indes nicht an Pohjanpalo. Der erfüllte mit 16 Treffern seine Aufgabe mit Bravour, schoss seine Mannschaft unter anderem als Einwechselspieler mit drei Toren zu einem 3:2 gegen Trabzonspor. Schon als Leverkusener waren ihm 2016 in einem Spiel als Joker drei Tore gelungen. Damals drehte er die Partie gegen den Hamburger SV in einen 3:1-Erfolg. Die Chance, dass Pohjanpalo nun für sein letztes Vertragsjahr zurückkehrt, ist ähnlich wie bei Amiri verschwindend gering. „In Leverkusen ist die Konkurrenz für ihn natürlich riesig, da wird es schwierig“, sagt Bayers Sportdirektor Simon Rolfes. „Aber er hat auch in der Türkei mit einer guten Torquote überzeugt. Es gibt einige Vereine, die sich intensiv mit ihm beschäftigen.“ Eine Ablöse zwischen drei und fünf Millionen Euro dürften für den 27-Jährigen realistisch sein.

Mitchell Weiser Der Rechtsverteidiger wechselte nach einem Zwei-Minuten-Einsatz in der ersten Pokalrunde in Leipzig von Leverkusen in die zweite Liga zum SV Werder Bremen. In der Rückrunde reifte der 28-Jährige an der Weser zum Stammspieler. Unter dem Strich standen Platz zwei und Werders Rückkehr in die Bundesliga. In Leverkusen hat der ungeimpfte Profi – Weiser fehlte Bremen wegen seines Status und der daraus resultierenden Quarantäne-Anordnungen – keine Zukunft. Rolfes: „Werder hat Interesse, ihn zu verpflichten. Jetzt liegt es nur noch an Werder und ihm.“ Vertragsende in Leverkusen ist 2023.

Ayman Azhil und Yannik Schlößer Die beiden ehemaligen Spieler aus der Leverkusener Talentschmiede haben unter dem Bayer-Kreuz keine Chance auf Einsatzzeiten und sollen entweder erneut verliehen oder verkauft werden. Azhil bestritt 28 Partien für den niederländischen Tabellenzehnten RKC Waalwijk, Schlößer stand in der Regionalliga Bayern 31 Mal für Nürnbergs Reserve auf dem Rasen.

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