Bayer 04 Leverkusen: Daley Sinkgraven hat Wendell abgelöst

Wachablösung auf der linken Seite : Sinkgraven ist auf dem Weg zum Stammspieler

Daley Sinkgraven ist zum Start der Rückrunde zur ersten Option für die linke Abwehrseite von Bayer 04 aufgestiegen. Der Trainer der Werkself, Peter Bosz, sieht bei seinem Landsmann noch viel Potenzial.

Die Frage, wer die Position des linken Verteidigers bei Bayer 04 einnimmt, stellte sich in den vergangenen Jahren eigentlich nicht. Der Brasilianer Wendell hatte sich bereits kurz nach seinem Wechsel 2014 von Gremio Porto Alegre unters Bayer-Kreuz als Stammspieler etabliert. An diesem Status änderten auch mehrere Trainerwechsel beim Werksklub nichts. Zuletzt war der 26-Jährige auf seiner Position beinahe konkurrenzlos – dann kam Daley Sinkgraven. Der Niederländer, dessen Dienste sich Leverkusen im vergangenen Sommer für rund fünf Millionen Euro von Ajax Amsterdam gesichert hat, ist seit dem Jahreswechsel auf der linken Abwehrseite gesetzt.

„Ich fühle mich gut und bin fit“, sagte Sinkgraven nach der ersten Trainingseinheit in dieser Woche am Dienstag. „Es ist schön, zu spielen – und dann auch noch mehre Partien in Serie. Ich bin wirklich glücklich darüber.“ Das ist kaum verwunderlich, schließlich war sein erstes Halbjahr im Rheinland wie schon seine Zeit in Amsterdam von Verletzungen geprägt. Eine beim 1:1 gegen Leipzig Anfang Oktober erlittene Oberschenkelverletzung warf ihn noch einmal zusätzlich zurück.

Doch Sinkgraven blieb dran, zeigte in der Wintervorbereitung ansprechende Leistungen und wurde dafür von Trainer Peter Bosz mit einer Startelfnominierung zum Rückrundenstart in Paderborn (4:1) belohnt. Seitdem hat der 1,79-Meter-Mann alle Begegnungen von Beginn an machen dürfen – und damit zumindest vorerst für eine Wachablösung in der Defensive der Werkself gesorgt. Dass nach der Partie am Samstag bei Union Berlin (15.30 Uhr) nun viele Englische Wochen anstehen, freut den zuvorkommenden Niederländer. „Das ist eine gute Sache, um in den Rhythmus zu kommen. Ich werde gestärkt daraus hervorgehen.“

An das Tempo in der Bundesliga sowie „gedankenschnellere Gegenspieler“ im Vergleich zur Eredivisie habe er sich inzwischen gewöhnt. Verbesserungspotenzial sieht der 24-jährige Sinkgraven vor allem im Spiel nach vorne. „Meine Verteidigungsarbeit ist schon ganz gut. Ich denke, dass ich mich nach vorne noch mehr zeigen kann. Da halte ich mich derzeit noch ein wenig zurück.“ Beim 4:3 gegen Dortmund stellte der für diese Partie aufgrund der Umstellung auf ein flaches 3-4-3-System ins linke Mittelfeld beorderte Sinkgraven allerdings auch in gegnerischer Hälfte seine Qualitäten unter Beweis. Der Linksfuß war es, der das umjubelte Siegtor durch Kapitän Lars Bender mit einer beherzten Flanke vorbereitete: sein erster Scorerpunkt für den Werksklub.

Coach Bosz ist insgesamt zufrieden mit seinem Schützling, der als Wunschspieler vom 56-Jährigen gilt und dem er einst Potenzial zur Weltklasse attestierte. Luft nach oben gebe es Bosz zufolge aber weiter. „In den Spielen gegen Hoffenheim und Stuttgart war er nicht gut. Ich weiß, dass er das besser kann“, sagte der Fußballlehrer. Sinkgravens Auftritt gegen Dortmund sei schon wieder eine deutliche Steigerung gewesen. „Er ist auf einem guten Weg“, betonte Bosz, der die größten Qualitäten seines Landsmannes im eigenen Ballbesitz verortet.

Wenn Sinkgraven sich auch in diesem Bereich weiter steigert, könnte sich die Frage, wer bei Bayer künftig auf der linken Seite spielt, schon bald erneut erübrigt haben.