Bayer 04 Leverkusen: Bosz denkt über Systemwechsel nach

Trainingsstart der Werkself : Bosz denkt über Systemwechsel nach

Der Trainer von Bayer 04 kann sich vorstellen, sein erfolgreiches System umzustellen, sollte sich kein geeigneter Offensivpartner für Kai Havertz finden. Zum Trainingsauftakt begrüßte der Niederländer drei Zugänge.

Als die Werkself am Montagmittag zum Start in die Vorbereitung den Trainingsplatz nahe der BayArena betrat, fehlte ein Spieler, der in den vergangenen Jahren das Gesicht der Werkself entscheidend prägte: Julian Brandt. Der 25-fache Nationalspieler, der sich für 25 Millionen Euro Borussia Dortmund angeschlossen hat, hinterlässt eine große Lücke im System von Bayer 04. Das weiß auch Peter Bosz. Auf die Frage, ob er angesichts des Brandt-Abschieds nun auch sein System umstellen könnte, antwortete der Trainer von Bayer 04: „Das kann sein. Wenn wir Julian nicht Eins-zu-eins ersetzen können, müssen wir das System wechseln.“

Als Trainer des BVB wurde dem Niederländer oft der Vorwurf gemacht, nicht flexibel genug zu sein. Im vergangenen halben Jahr, seinem ersten als Leverkusen-Coach, hat der 55-Jährige jedoch gezeigt, dass er durchaus bereit ist, sein System anzupassen – ohne von seiner Idee vom Fußball abzuweichen. Dominierte der Werksklub zunächst in einem offensiv ausgerichteten 4-3-3 die Liga, stellte Bosz nach den Verletzungen von Karim Bellarabi und Leon Bailey sein System auf ein 3-6-1 um. Der Erfolg und die letztlich geglückte Rückkehr in die Champions League gaben ihm Recht.

Nun denkt Bosz offenbar erneut über eine Umstellung nach, sollte der Fall eintreten, dass sich kein Spieler aufdrängt, an der Seite von Kai Havertz ein neues, offensives Kreativduo zu bilden. Die Chance, in diese Schlüsselposition hineinzuwachsen, bekommen in den kommenden Wochen aber alle Spieler – und natürlich auch Rekordzugang Kerem Demirbay, der sein Trainingsdebüt gab. „Für mich geht alles bei null los“, betonte Bosz.

Der Fußballlehrer sagte zwar, dass er mit dem aktuellen Kader zufrieden sei, doch ausschließen, dass neben Demirbay, Daley Sinkgraven und Moussa Diaby noch weitere Profis zum Team stoßen könnten, konnte er nicht. „Klar verfolgen wir weiter den Markt. Es ist immer noch möglich, das etwas passiert“, sagte er. Während ein Wechsel von Martin Ödegaard (zuletzt von Real Madrid an Arnheim verliehen) wohl endgültig vom Tisch ist, dürfte das Interesse am spanischen U21-Europameister Dani Olmo weiter hoch sein.

Angreifer Kevin Volland war nach über einem Monat Pause die Freude über den Trainingsbeginn sichtlich anzumerken. „Es hat Spaß gemacht“, sagte der 26-Jährige. Mit Blick auf die Champions League und des Brandt-Wechsels hatte er sich vor wenigen Wochen weitere Top-Spieler gewünscht. In seinen Augen scheint der Klub diese bislang erfüllt zu haben. „Wir sind froh, dass wir uns verstärkt haben. Moussa hat gleich eine Hütte gemacht, das tut ihm gut“, betonte Volland. Auch Sinkgraven und Demirbay hätten einen guten Eindruck hinterlassen.

Mit 14 Toren und zwölf Vorlagen liegt hinter Volland die bislang beste Saison seiner Karriere. Eine Tormarke setze er sich aber grundsätzlich nicht. Was sich der Angreifer persönlich für die neue Spielzeit wünscht? „Eine Saison ohne turbulente Achterbahnfahrt wäre ganz schön.“

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