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Bayer 04 Leverkusen: Auf die Kür folgt die Pflicht

Bayer Leverkusen : Bayer 04: Auf die Kür folgt die Pflicht

Fünf Heimspiele hatte die Werkself in dieser Bundesliga-Saison nach Champions-League-Spielen. Bisher gelangen nur zwei Siege.

Auf das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale folgt die Bundesliga. Auf die Kür folgt also wieder die Pflicht. Das 1:0 gegen Atlético Madrid soll Bayer 04 dabei helfen, gegen den SC Freiburg (heute, 15.30 Uhr, Live-Ticker) auch in der Liga wieder in die Spur zu kommen. "Manchmal ist es uns gut gelungen, manchmal ist es uns schwer gefallen, die Konzentration wieder in den Bundesliga-Alltag reinzubringen", erläutert Roger Schmidt. In der Hinrunde kam es sechs Mal zum Spagat zwischen den Wettbewerben, davon fünf Mal im eigenen Stadion. Die Bilanz: zwei Siege, drei Remis, eine Niederlage. "Das ist menschlich und normal, aber wir wollen uns da auch weiterentwickeln", sagt der Bayer-Coach.

Genau diese Weiterentwicklung erwartet Schmidt von seiner Mannschaft auf mehreren Ebenen - spielerisch und mental. Der Trainer betont immer wieder, dass er einen "jungen, schlanken Kader" hat. "Wir müssen in der Bundesliga ein höheres Niveau an den Tag legen als wir es in dem ein oder anderen Spiel gezeigt haben - vor allem über 90 Minuten. Wir wollen uns jetzt auf hohem Niveau stabilisieren. Das müssen wir jetzt beweisen", sagt Schmidt.

Einer, der in seiner Entwicklung den nächsten Schritt gemacht hat, ist Josip Drmic. "Er hat gegen Madrid das mit Abstand beste Spiel gemacht, seitdem er hier ist. Das tut uns gut", erklärt Schmidt. Des einen Stürmers Freud, ist des anderen Leid. Stefan Kießling war in Augsburg (2:2) und gegen Madrid zum Zuschauen verdammt, kam jeweils nur für die Schlussminuten aufs Feld. "Dass es eine Phase gibt, in der ein anderer Spieler die Nase vorne hat, ist normal", sagt Schmidt. "Kieß war sowieso durch eine Erkältung angeschlagen. Da passte das wunderbar. Es geht jetzt aber Schlag auf Schlag. Ich bin froh, dass Josip in so einem guten Zustand ist. Kieß kann durchschnaufen, ein bisschen Kraft tanken und wird dann wieder wichtige Spiele für uns machen."

Bis Tin Jedvaj wieder wichtige Spiele für Bayer 04 machen kann, dauert es hingegen noch etwas länger. Der Kroate befindet sich nach seiner Oberschenkelverletzung weiter im Individualtraining. Schmidt prognostiziert, dass er auch in der kommenden Woche - zumindest für das Pokalspiel gegen Kaiserslautern (Dienstag, 19 Uhr) - keine Option für den Kader ist. Lars Bender, der gegen Madrid nach seiner Knieverletzung 68 Minuten durchhielt, könnte heute im Hinblick auf die kommenden Wochen geschont werden. Dann würde Gonzalo Castro neben Simon Rolfes das zentrale Mittelfeld beackern. Roberto Hilbert, der gegen Atlético mal wieder eine bessere Leistung abrief, würde dann wieder rechts in der Viererkette auflaufen.

Freiburg steht derzeit auf dem 16. Tabellenplatz, steckt mitten im Abstiegskampf. In der Rückrunde stehen für die Breisgauer zwei Siege zu Buche, einer mehr als für die Werkself. Während Leverkusen erst fünf Punkte holte, sammelte das Team von Trainer Christian Streich bereits sieben Zähler. Dass in Streich ein ähnlich emotionaler Trainertyp in die BayArena kommt wie Diego Simeone, heißt für Roger Schmidt übrigens nicht, dass es zum nächsten Testosteron-Duell kommen muss: "Ein bisschen Emotionen gehören dazu. Das soll aber jetzt nicht das Standardprogramm werden - vor allem nicht von mir. Klar, der Freiburger Trainer ist auch sehr emotional, aber wir haben das im Hinspiel ja auch ganz gut hingekriegt. Von daher hoffe ich, dass uns das wieder gelingt."

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(RP)