Bayer 04 Leverkusen: Aleksandar Dragovic will Stammspieler werden

Wechselgedanken verworfen : Dragovic will Stammspieler werden

Seine Wechselgedanken hat der 70-fache österreichische Nationalspieler beiseite gelegt. In der Vorbereitung will er sich jetzt für einen Stammplatz in der Innenverteidigung der Werkself empfehlen. Die Konkurrenz dort ist jedoch groß.

Das Anfertigen eines Mannschaftsfotos gehört ebenso zur Vorbereitung wie die von Fußballern oft ungeliebten Laufeinheiten. Für die Profis von Bayer 04 war es am Donnerstagmittag soweit. Ab 13 Uhr lächelten Kai Havertz und seine Mitspieler in der BayArena für die Fotografen um die Wette. Ein Spieler fiel dabei besonders auf: Aleksandar Dragovic. Der Österreicher überraschte Trainer Peter Bosz und seine Teamkollegen mit einer neuen Frisur und weißgefärbten Haaren. In der kommenden Spielzeit will Dragovic jedoch mit sportlichen Leistungen auf sich aufmerksam machen – und Stammspieler werden.

Die abgelaufene Saison war ein stetiges Auf und Ab für Dragovic. Der 28-Jährige pendelte zwischen Ersatzbank und Startelf. 18 Spiele in der Bundesliga, dazu acht in der Europa League und zwei im Pokal absolvierte der Innenverteidiger für die Werkself. Wenn es nach dem Geschmack von Dragovic geht, hätten es durchaus mehr sein dürfen. „Ich fühle mich hier sehr wohl, auch mit der Mannschaft und dem Spielstil. Aber natürlich möchte ich mehr spielen“, betont er.

Bereits im Frühjahr hatte der 2016 aus Kiew ins Rheinland gewechselte Abwehrspieler dem Unmut über seine Situation unter dem Bayer-Keuz Luft gemacht und Wechselgedanken geäußert. Nach einem Gespräch mit dem Trainerteam und Sportdirektor Simon Rolfes nach dem Saisonende ist Dragovic nun aber gewillt, sich bei Bayer durchzusetzen. Offenbar konnten ihm die Bayer-Verantwortlichen eine klare sportliche Perspektive aufzeigen.

„Ich habe voriges Jahr gesagt, dass ich ein besseres Gesicht zeigen möchte und ich glaube, das ist mir im Großen und Ganzen auch gelungen“, sagt Dragovic, der nun „einen weiteren Schritt nach vorne“ machen will. „Ich weiß, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Und mit den Spielen in der Champions League stehen sehr viele Partien an.“ Dass das Team Fußball spielen möchte, komme ihm zugute, betont der 1,86-Meter-Mann. „Ich bin ein spielerischer Innenverteidiger“, betont er.

Die Konkurrenz in der Abwehrzentrale ist jedoch groß. Sven Bender und Jonathan Tah waren in der Rückrunde unter Bosz die ersten Optionen und dürften es weiter sein. Zudem erheben freilich auch Tin Jedvaj und der genesene Panagiotis Retsos Ansprüche auf Spielzeit. Das weiß auch Dragovic. An seinem Ziel, endlich Stammspieler bei der Werkself zu werden, ändert das jedoch nichts. „Konkurrenz hat man überall, egal ob in Leverkusen oder früher bei Austria Wien. Gesetzt ist man nirgendwo“, sagt er.

Chancen, sich zu beweisen, dürfte der 70-fache österreichische Nationalspieler dennoch ausreichend bekommen. Sven Bender plagte sich vergangene Spielzeit des Öfteren mit Problemen am Sprunggelenk herum und U21-Vize-Europameister Tah steigt erst nach dem Trainingslager in der kommende Woche in die Vorbereitung ein.

Dragovic dürfte die Testspiele in den kommenden Wochen, beginnend mit den Partien am Samstag gegen Fortuna Sittard (15 Uhr) und KAS Eupen (17 Uhr; beide Nachwuchsleistungszentrum Kurtekotten), also weiter nutzen wollen, um seine Ansprüche auf die erste Elf zu untermauern.

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