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Bayer 04 Leverkusen: 7:1 gegen Greuther Fürth ist ein Spiel der Rekorde

Historisches 7:1 : Bayers Spiel der Rekorde

Das 7:1 gegen Greuther Fürth ist ein besonderer Sieg für die Werkself – nicht nur wegen des historischen Viererpacks von Patrik Schick. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane hat in dem Spiel mehrere Bestmarken aufgestellt.

Als die Fans der Werkself längst aus dem Stadion verschwunden waren, die letzten Kameras abgebaut und Rasenpflegemaßnahmen abgeschlossen waren, saß die Mannschaft von Greuther Fürth noch in der Gästekabine. Stefan Leitl entschuldigte sich anschließend für die deutliche Verzögerung der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel. „Wir mussten ein paar Wunden lecken, deswegen hat es etwas länger gedauert“, gab der Trainer des Aufsteigers zu. Die Wunden seien nicht körperlicher, sondern seelischer Natur gewesen. In der Tat war Bayers 7:1 (3:1)-Sieg eine Demütigung für seine Mannschaft – aber für Leverkusen ein Spiel der Rekorde.

Erster Viererpack Patrik Schick ist der erste Spieler der Werkself, dem in einem Bundesligaspiel vier Tore gelangen. Das ist eine Bestmarke, die zuvor weder Kultstürmer Ulf Kirsten, noch Legende Rudi Völler, noch Weltklasseangreifer Dimitar Berbatov unter dem Bayer-Kreuz erreicht haben. Münchens Robert Lewandowski hält den Rekord für den schnellsten Viererpack, nachdem er 2015 Wolfsburg kurz nach dem Seitenwechsel vier Tore in 5:42 Minuten und sogar fünf in 8:59 Minuten einschenkte. Schick brauchte gegen Fürth rund 27 Minuten für seinen Viererpack – ebenso wie der ehemalige Bremer Völler am 7. Dezember 1984 beim 6:0 des SV Werder gegen Borussia Dortmund.

Offensive Frühstarter Kein anderes Team hat in der laufenden Bundesliga-Saison mehr Tore in der Anfangsviertelstunde erzielt als Bayer Leverkusen. Mit Amine Adlis Treffer in der 12. Minute sind es inzwischen schon zehn Tore noch vor der 15. Minute. Dahinter folgen Bayern und Mainz mit jeweils sechs Treffern im ersten Sechstel einer Partie. Die Statistik ist ein Hinweis darauf, dass die Werkself in dieser Spielzeit ebenso fokussiert wie zielstrebig in ihre Spiele geht – und zwar, sobald der Anpfiff ertönt ist.

Höchster Heimsieg Ein 7:1 gab es in der Bundesliga noch nie in der BayArena. Das zuvor letzte Mal sieben Tore in einem Spiel hat Leverkusen am 13. September 2020 in der ersten Pokalrunde gegen den Regionalligisten Eintracht Norderstedt geschossen. Die Partie wurde zwar in der BayArena ausgetragen, war offiziell aber ein Auswärtsspiel. Der bis zum Samstag höchste Heimsieg war das 6:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern am 10. April 2004. Der höchste Auswärtssieg ist übrigens nach wie vor das legendäre 9:1 beim SSV Ulm in der Saison 1999/2000. Die höchste Heimniederlage stammt indes auch aus dieser Saison: Mit dem 1:5 am achten Spieltag gegen den FC Bayern stellte der Werksklub den Negativrekord vom 21. Januar 1984 ein. Damals unterlag Leverkusen ebenfalls mit 1:5 gegen München.

Fürths Negativlauf Nicht nur Bayer hat am Samstag Rekorde aufgestellt, auch die Gäste aus Mittelfranken sind dabei, ein paar historische Einträge für den Fußball-Almanach zu sammeln. Die sind allerdings nicht schmeichelhaft. Der Aufsteiger hat den schlechtesten Saisonstart der Ligageschichte ausgebaut: Inzwischen sind es zwölf Niederlagen in Serie für die Fürther, wie viele noch folgen, wird die Zukunft zeigen. Leitls Mannschaft ist zudem auf dem Weg zum nächsten Negativrekord: Bislang haben sich die Grün-Weißen bereits 46 Gegentore eingefangen – nur Tasmania Berlin war in der Saison 1965/66 nach 14 Spieltagen mit 51 Gegentoren eine noch größere Schießbude. Setzt Fürth seinen bisherigen Schnitt fort, könnten am Ende der Spielzeit gar rund 110 Gegentore in der Bilanz stehen.

Brutale Effizienz Es ist wohl kein Rekord, aber gegen Fürth war knapp jeder zweite Abschluss ein Treffer. Die Werkself brauchte für sieben Tore gerade einmal 13 Schüsse. Das ist ein starker Wert, der auch Trainer Gerardo Seoane aufgefallen ist: „Wir hatten in der ersten Halbzeit etwas Mühe, uns zu entfalten, aber insgesamt muss ich sagen, dass wir extrem effektiv und kaltschnäuzig waren. Das spricht auch für die individuelle Qualität unserer Mannschaft, die aus sehr wenig sehr viel rausholt.“