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Bayer Leverkusen: Bayer 04-Brust ohne Sex-Werbung

Bayer Leverkusen : Bayer 04-Brust ohne Sex-Werbung

Beate Uhse und BASF könne sich Angebote sparen, aber sonst ist Bayer 04 offen für Vieles in Sachen Trikotsponsor. Womöglich gibt es davon gleich zwei. Denn der Werksklub schlägt einen neuen Weg ein bei der Geldgeber-Suche.

Es mutet beim ersten Hören etwas seltsam an, wenn Wolfgang Holzhäuser sagt: "Wir gehen mit maximal zwei Trikotsponsoren in die nächste Saison." Seit einigen Tagen sind der Geschäftsführer und seine Bayer 04-Fußballer auf der Suche nach einem neuen Geldgeber, dessen Name künftig Brust und Banden beim Bundesligisten schmücken soll.

Zwar habe es seit der Trennung vom Troisdorfer Unternehmen Teldafax "ein paar Anfragen" (Holzhäuser) gegeben. Aber der Champions-League-Teilnehmer bevorzugt dennoch einen eher ungewöhnlichen Weg bei der Findung eines neuen Geschäftspartners.

Ende der Ausschreibung: 5. Juli

In Form einer Ausschreibung können sich Unternehmen ab Dienstag und bis zum 5. Juli um die Werbeflächen (plus einige weitere Rechte) bewerben. Dabei stehen drei "Leistungspakete", wie Bayer 04 das nennt, zur Wahl. Interessenten können sich — wie bisher — als Haupt- und Trikotsponsor für alle Spiele der Werkself (Bundesliga, DFB-Pokal, internationale sowie Freundschaftsspiele) bewerben.

Daneben gibt es aber die Möglichkeit, dass sich zwei Geldgeber dieses Paket teilen, also dass ein Sponsor bei Ligapartien und ein anderer im DFB-Pokal und in der Champions League (oder der Europa League) auf dem Trikot steht.

"Wir wollen die ausgetrampelten Pfade verlassen." Denn viele Unternehmen, die in Betracht kämen, "sind ja schon in kleinerer oder größerer Form irgendwo gebunden", sagt Holzhäuser. Durch eine Aufteilung des bislang allumfassenden Hauptsponsorings hofft Bayer 04, auch Unternehmen, für die ein solches Engagement bislang uninteressant oder zu teuer war, anzusprechen.

Denn das Modell biete Anreize für Firmen, die gezielt in der Bundesliga werben wollen, aber nicht europaweit (und umgekehrt). Gesucht werden soll (in deutsch und englisch) per Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften in Europa, Asien und der Golf-Region.

Sofern bei keinem Bewerber "moralische, sport- oder unternehmenspolitsche Probleme" (solche sähe Holzhäuser etwa bei Beate Uhse oder BASF) auftreten, dürfte am Ende das höchste Gebot entscheiden. Bei Bayer 04 liebäugeln sie damit, durch den neuen Ansatz die Brust ihrer Profis noch mehr als bislang (Teldafax zahlte jährlich und abhängig vom Erfolg bis zu sieben Millionen Euro) zu versilbern. "Aber", schränkt Holzhäuser ein, "es ist ein Experiment, und wir wissen nicht, was rauskommt."

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(RP)