Aleksandar Dragovic sieht seine Zukunft bei Bayer 04 Leverkusen

Klare Ansage: Dragovic will sich bei Bayer 04 durchbeißen

Seine erste Saison in Leverkusen verlief enttäuschend. Nach einem Jahr als Leihspieler in England nimmt der 27-jährige Österreicher jetzt einen neuen Anlauf bei der Werkself – und gibt sich dabei selbstbewusst.

Als Aleksandar Dragovic vor knapp zwei Jahren für geschätzte18 Millionen Euro von Dynamo Kiew zu Bayer Leverkusen wechselte, waren die Erwartungen riesig. Die für einen Innenverteidiger stolze Ablöse machte ihn zwischenzeitlich zum teuersten Profi Österreichs. Diesen Titel hat ihm sein Landsmann Marco Arnautovic allerdings 2017 abgejagt, der sich für knapp 28 Millionen Euro West Ham United anschloss.

Gemessen an der Investitionssumme, konnte Dragovic bei Bayer jedoch bisher nicht den Ansprüchen gerecht werden. Der 27-Jährige leistete sich in seiner ersten Saison am Rhein teils katastrophale Aussetzer – unter anderem bei der 2:4-Pleite gegen Atlético Madrid im Achtelfinale der Champions League. Zu unbeweglich, zu unkonzentriert, zu langsam, zu fahrig im Stellungsspiel – die Kritik an dem Österreicher war teilweise vernichtend. Und bisweilen auch unfair.

Schließlich war es insgesamt eine missratene Saison der Werkself, die nur mit Ach und Krach am vorletzten Spieltag das Abrutschen auf den Relegationsplatz vermeiden konnte. Nach dem Seuchenjahr in Leverkusen wechselte er auf Leihbasis zu Leicester City, dem englischen Überraschungsmeister von 2016.

Nun ist er zurück und nach eigenem Bekunden „froh, wieder hier zu sein.“ Er habe in England einiges dazugelernt. „Ich weiß, dass ich in Leverkusen wieder bei Null anfangen muss und es sehr schwierig wird“, sagt Dragovic. „Ich nehme die Herausforderung an und versuche, mich im Training weiterzuentwickeln.“ In Jonathan Tah, Sven Bender, Panagiotis Retsos und Vizeweltmeister Tin Jedvaj verfügt Bayer 04 über eine Phalanx starker Innenverteidiger. Zum Ende der vergangenen Saison hat gar aus einer Personalnot heraus Julian Baumgartlinger die zentrale Position in der Viererkette erfolgreich bekleidet. Der Konkurrenzdruck in der Defensive ist groß.

„Wenn ich für Leicester gespielt habe, waren meine Leistungen okay. Das hat mir wieder Selbstvertrauen gegeben“, betont Dragovic. Nach seiner schwierigen Zeit bei Bayer sei ihm der Glaube an die eigene Stärke ein wenig abhanden gekommen. „Ich hoffe, dass ich jetzt mit neuem Selbstvertrauen in die neue Saison gehen kann.“ In England werde indes ein komplett anderer Fußball als in Deutschland gespielt. „Das war auch eine Erfahrung für mich“, sagt der österreichische Nationalspieler, der im vergangenen Jahr nur wenig Kontakt nach Leverkusen hatte, um sich ganz auf sich konzentrieren zu können. Sein Vertrag bei Bayer 04 läuft noch bis 2021. Sportgeschäftsführer Rudi Völler betonte vor einigen Wochen, dass es keinen Grund gebe, Dragovic zu verkaufen. Vom Tisch ist ein Transfer aber wohl noch nicht.

Der Österreicher ließ Anfang des Jahres in einem Interview verlauten, gerne in England bleiben zu wollen. Dem Vernehmen nach gibt es einige englische Klubs, die Interesse haben. Darüber reden will er aber nicht. „Es gibt immer Medien, die viel erzählen“, sagt der 27-Jährige. „Für mich war klar, dass ich zurückkomme und mit dem Trainer ein Gespräch führe.“ Letzteres sei gut verlaufen. Er fühle sich wohl. „Vor zwei Jahren war es keine gute Saison von der Mannschaft und von mir, aber jetzt will ich ein besseres Bild von mir zeigen.“ Ob er mit diesem Vorhaben auch die erhoffte Einsatzzeit erhalte, sei eine Frage, die nur Heiko Herrlich beantworten könne: „Das entscheidet der Trainer. Ich kann nur mein Bestes geben.“

Klingt so, als hätte Dragovic mit dem Kapitel Leverkusen noch nicht ganz abgeschlossen.

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