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Arminia Bielefeld: Trainer Frank Kramer wird Nachfolger von Uwe Neuhaus

Neuhaus-Nachfolger gefunden : Kramer wird neuer Arminia-Trainer

Nach der überraschenden Trennung von Uwe Neuhaus ist bei Arminia Bielefeld schnell ein Nachfolger gefunden. Frank Kramer wird neuer Trainer beim Bundesligisten. Er kommt nicht als Feuerwehrmann, sondern als langfristige Lösung zum Aufsteiger.

Als Frank Kramer im ostwestfälischen Sonnenschein sein erstes Training bei Arminia Bielefeld leitete, hagelte es in den sozialen Netzwerken noch immer Kritik. Die Entlassung von Uwe Neuhaus erzürnte die Fans auch am ersten Arbeitstag des Nachfolgers, womit dieser gleich konfrontiert wurde.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Frank Kramer ist neuer Arminia-Cheftrainer 📝<br>Der 48-jährige Fußballlehrer erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 und leitet gleich bereits das Training.<a href="https://twitter.com/hashtag/immerdabei?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#immerdabei</a> <a href="https://t.co/sBphh2oPGH">pic.twitter.com/sBphh2oPGH</a></p>&mdash; DSC Arminia Bielefeld (@arminia) <a href="https://twitter.com/arminia/status/1366683080560377856?ref_src=twsrc%5Etfw">March 2, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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"Ich respektiere diese Reaktionen. Ich versuche, durch harte Arbeit die Stimmung wieder in die richtige Bahn zu kriegen. Es geht nur gemeinsam", sagte Kramer bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstag. Dabei drehte es sich natürlich um ihn, den neuen starken Mann auf der Alm - in weiten Teilen aber eben auch um die viel diskutierte Trennung von Neuhaus.

Statt des Aufstiegshelden soll der frühere DFB-Juniorentrainer Kramer die Arminia in den verbleibenden zwölf Saisonspielen vor dem Abstieg bewahren und anschließend in der Bundesliga etablieren. Der 48-Jährige unterschrieb gleich einen Vertrag bis Sommer 2023, im "worst case" gilt dieser aber auch für die 2. Bundesliga.

"Ich habe totale Lust auf die Aufgabe", sagte Kramer, während sich die Vereinsführung neben ihm auf dem Podium im Verteidigungsmodus befand. Die Trennung von Neuhaus, der die Arminia im Vorjahr als Zweitliga-Meister nach elf Jahren zurück in die Bundesliga geführt hatte, löste in den sozialen Netzwerken einen Shitstorm aus.

"Ich kann verstehen, dass eine gewisse Unzufriedenheit herrscht", sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi. Er hatte bereits im Dezember Kontakt zu Kramer aufgenommen, um unabhängig vom Ausgang der Saison eine Zusammenarbeit festzuzurren, Neuhaus wäre also so oder so abgelöst worden. "In den letzten Wochen hat sich eine Situation ergeben, weswegen wir zur Überzeugung gekommen sind, den Weg früher zu gehen", erklärte Arabi.

Eine zweifellos unpopuläre Entscheidung. Die Arminia hat zwar fünf Spiele in Serie nicht gewonnen, das finanziell mit wenigen Mitteln ausgestattete Bielefeld ist mit 18 Punkten aber Tabellen-16., punktgleich mit einem Nichtabstiegsplatz. Zudem haben die Ostwestfalen noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.

Der frühere Düsseldorfer und Fürther Zweiliga-Coach Kramer soll nach Vorstellung des Klubs kein "Feuerwehrmann" sein, sondern langfristig den Ausbildungsgedanken mehr in den Vordergrund rücken. Für genau diese Philosophie stand Neuhaus nicht. Stattdessen holten die Ostwestfalen mit Kramer jemanden, der in der Vergangenheit sein Profil als Nachwuchsfachmann schärfte.

Kramer trainierte unter anderem die U18, U19 und U20 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zuletzt arbeitete er als Nachwuchschef bei Red Bull Salzburg in Österreich. Das Spielkonzept der Arminia will er nicht völlig über den Haufen werfen. Es gelte, "die richtigen Mittel zu finden, ohne eine Revolution zu starten", sagte er.

Die Chance dazu hat er gleich in einem Heimspiel-Doppelpack. Am Sonntag (18.00 Uhr) bestreitet der neue Coach sein Debüt gegen Union Berlin, drei Tage später am Mittwoch (18.30 Uhr/beide Sky) steht das Nachholspiel gegen Werder Bremen an.

Erfolgserlebnisse täten vor allem der allgemeinen Stimmung in Ostwestfalen gut, das weiß auch Kramer: "Ich bin mir 1000-prozentig sicher, dass wir uns die Akzeptanz erarbeiten werden", sagte er.

(old/dpa)