Viktoria Köln setzt auf Trainer Wollitz: Viktorias "Pep" heißt "Pele"

Viktoria Köln setzt auf Trainer Wollitz : Viktorias "Pep" heißt "Pele"

Der Traditionsklub Viktoria Köln nimmt in der kommenden Saison einen neuen Anlauf in Richtung 3. Liga und setzt dabei auf seinen neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Viktorias "Pep" heißt "Pele" und soll den Kölner Traditionsverein Viktoria in die 3. Fußball-Liga führen. Als Trainer Claus-Dieter Wollitz, einst Bundesliga-Profi und inzwischen etablierter Zweitliga-Coach am Sonntag die Unterschrift unter den Vertrag des Viertligisten setzte, stellte er sofort klar: "Für mich ist nicht die Liga entscheidend, sondern das Projekt. Und von dem bin ich überzeugt."

Nur der Aufstieg zählt

Das war ein echter Wollitz, den sie überall nur "Pele" nennen: klare Ansprache, klare Formulierungen und klare Vorstellungen. "Mein Ziel ist nicht Platz sechs, sondern der Aufstieg. Aber jeder hier weiß, wie schwer es ist, aus solchen Ligen herauszukommen", sagte der 47-Jährige bei der Rückkehr in seine alte Fußball-Heimat. Denn einst spielte Wollitz für den 1. FC Köln, erzielte als Mittelfeldspieler in 48 Spielen von 1998 bis 2001 sechs Tore.

Als Trainer war Wollitz zuletzt beim Drittligisten VfL Osnabrück tätig und verpasste in den Relegationsspielen gegen Dynamo Dresden den Zweitliga-Aufstieg. Vor sechs Jahren noch hatte er die Niedersachsen in Liga zwei geführt. Insgesamt befanden die Verantwortlichen in Köln mit ihrem Präsidenten Günter Pütz und Investor Franz-Josef Wernze, dass Wollitz der richtige Mann für das Unternehmen Aufstieg ist.

"Claus Dieter Wollitz steht für Fußball-Expertise, Leidenschaft und Emotionen, daher passt er ideal zu uns. Wir sind froh, ihn für uns gewinnen zu können", sagte Wernze, den sie auch den "kölschen Dietmar Hopp" nennen. Der 65-Jährige, Gründer von Deutschlands größtem Steuerberatungs-Unternehmen (ETL) mit bundesweit rund 6500 Mitarbeitern, möchte Viktoria Köln mit seinen Finanzspritzen hinter dem großen Nachbarn 1. FC Köln und vor der ebenfalls viertklassigen Fortuna zur zweiten Kraft in der Domstadt machen. "In dieser Stadt ist Platz für zwei Profiklubs", so Wernze.

Doch Wollitz will die Erwartungen nicht gleich in unerreichbare Höhen schrauben. "Der Aufstieg wird eine Mammut-Aufgabe", sagte er mit dem Hinweis auf die Konkurrenz in der kommenden Saison. Unter anderem die Ex-Bundesligisten Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen, Alemannia Aachen, SG Wattenscheid 09 und eben Lokalrivale Fortuna Köln werden die Gegner sein. Ebenfalls der KFC Uerdingen, wo Wollitz 2002 seine Trainer-Karriere in der Regionalliga begann.

Wollitz: "Ich bin stolz"

"Ich bin stolz, dass ich der Auserwählte bin. Ich sehe es als Anerkennung für die Leistungen, die ich als Trainer in den vergangenen Jahren erbracht habe. Das geht ja hier nicht einfach so nach dem Motto: Ich gehe mal hin und versuche es mal. Man sieht, man will hier professionelle Strukturen schaffen", sagte Wollitz, der basierend auf einem Etat von 1,8 Millionen Euro für die neue Saison an einer schlagkräftigen Mannschaft bastelt.

Mit bislang 14 Abgängen wurde der Umbruch eingeleitet. Bleiben wird jedoch der umstrittene Routinier Albert Streit. Der einstige Bundesliga-Profi, unter anderem beim 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und Schalke 04, soll die Youngster führen. Der 33-Jährige hatte sich zuletzt nach einer viermonatigen Sperre wegen einer Tätlichkeit vom Training freistellen lassen, sogar vom Karriereende war die Rede. "Wir hatten ein gutes Gespräch", berichtete Wollitz. Soll heißen: Streit bleibt.

Mit gutem und erfolgreichen Fußball will der einstige Zweitligist (1978 bis 1981) auch die Zuschauer (zuletzt im Schnitt 1500) wieder verstärkt in den Höhenberger Sportpark locken. Es soll schnell nach oben gehen mit dem 109 Jahre alten Klub. Zur Saisoneröffnung kommt kein Geringerer als Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC. Und auch außerhalb des Platzes wird die rechtsrheinische Viktoria in der Domstadt ein Signal setzen: Am 9. Februar 2014 steigt die erste große vereinseigene Karnevalssitzung...

(sid/can)
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