Schiedsrichter den Kiefer gebrochen: Ein Jahr Haft auf Bewährung

Ausraster in der Freizeitliga: Schiedsrichter den Kiefer gebrochen: Ein Jahr Haft auf Bewährung

Rote Karte auf dem Platz, gelbe im Gericht: Nach einem üblen Faustschlag gegen einen Schiedsrichter wird der Spieler verurteilt. Aber mit Bewährung.

Es passierte in der Freizeitliga, kurz vor Spielende: Vor knapp einem Jahr hat ein Hobby-Fußballer aus Essen einem Schiedsrichter mit einem Faustschlag den Kiefer gebrochen. Am Freitag wurde der 25-Jährige verurteilt. Die Strafe: ein Jahr Haft auf Bewährung. Bereits zuvor war gegen ihn ein lebenslanges Fußballverbot verhängt worden.

Der Schiedsrichter hatte dem Angeklagten in der 85. Minute wegen Meckerns die gelb-rote Karte gezeigt. "Er hatte mir immer wieder unterstellt, dass ich gegen seine Mannschaft pfeife", sagte der 57-Jährige vor dem Essener Amtsgericht. "Dann hat er mich auch noch hämisch anlacht."

Der Faustschlag kam völlig unvermittelt. Der Unparteiische verlor noch im Sturz das Bewusstsein und sackte unkontrolliert zu Boden. Die Ärzte stellten später einen doppelten Kieferbruch, eine leichte Gehirnerschütterung und Schürfwunden fest. Wochenlang konnte der 57-Jährige nur flüssige Nahrung zu sich nehmen.

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Der Angeklagte hat seinen Ausraster gestanden. "Es tut mir unendlich leid", sagte er an die Adresse des Schiedsrichters. "Ich schäme mich." Der 25-Jährige, der als Integrationshelfer an einer Grundschule arbeitet, hatte sich noch im Prozess bereiterklärt, 3000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Verurteilt wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung. "Gewalt und Faustrecht haben auf dem Fußballplatz nichts zu suchen", sagte Richter Matthias Pohlkamp. Es sei oberstes Gebot eines jeden echten Sportlers, die Entscheidung des Schiedsrichters zu akzeptieren.

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(lnw)