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Rot-Weiss Essen parodiert Donald Trumps Pressesprecher Sean Spicer

Sean-Spicer-Parodie : Rot-Weiss Essen baut Mauer an Grenze zu Gelsenkirchen

Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat auf einer Pressekonferenz den Bau einer Mauer an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen angekündigt. Die Kosten dafür solle der FC Schalke 04 tragen. Aber war das wirklich ernst gemeint?

Der Regionalligist hatte anlässlich seines 110. Geburtstages am Mittwoch zu einer Pressekonferenz geladen und scheinbar Großes zu verkünden. Der Pressesprecher, der die Veranstaltung eröffnete, war den meisten Medienvertretern allerdings vermutlich unbekannt. Zunächst einmal stauchte der Mann hinterm Pult, der sich als Gottfried Würzer ausgab, die versammelte Presse zusammen und kündigte ein neues Verhältnis zwischen Verein und Medien an. So sei nicht wahrheitsgemäß über die Zuschauerzahlen des Viertligaklubs berichtet worden. Der kolportierte Besucherschnitt von 7.700 sei falsch, vielmehr begrüße RWE zu den Heimspielen im Stadion Essen mehr Zuschauer als alle Vereine der 2. Bundesliga und 3. Liga. "Diesbezüglich haben wir sogar einen Europacupplatz in der 1. Bundesliga", betonte Würzer.

Ungeschoren kam auch Rot-Weiss Essens ungeliebter Nachbar Schalke 04 nicht davon. Der Aufsichtsrat des Vereins habe bereits beschlossen, dass eine Mauer an der Stadtgrenze zwischen Essen und Gelsenkirchen errichtet werde. "Es ist Fakt, dass sich immer mehr Gelsenkirchener Fans auf den Weg über die Stadtgrenze machen, zur Hafenstraße gehen und damit unseren Essener Fans Sitz- und Stehplätze wegnehmen. Darüber hinaus sind sämtliche Anfahrtswege zum Stadion durch den Zuzug Gelsenkirchener Fans regelmäßig verstopft. Das hat ein Ende", kündigte der Mann am Rednerpult an. Für die Kosten des Mauerbaus werde der FC Schalke aufkommen.

Zudem kündigte RWE an, dass Träger von Blue Jeans mit sofortiger Wirkung der Zutritt zu Heimspielen verwehrt werde. Hintergrund sei, dass eine nicht nicht zu beziffernde Zahl von Straftaten im Umfeld des Essener Stadions von Blue-Jeans-Trägern begangen werde. Die Maßnahme sei zunächst auf 90 Tage befristet.

Dass nicht nur Würzers Name allzu sehr an Donald Trumps Pressesprecher Sean Spicer erinnerte, dürfte den Anwesenden zu diesem Zeitpunkt längst aufgefallen sein. Dann löste Rot-Weiss Essen die Parodie auf: Gottfried Würzer heißt eigentlich Sven Seeburg und ist Ensemblemitglied am Schauspiel Essen.

"Eine solche Auflösung hätte man sich wohl auch nach der Pressekonferenz von Sean Spicer gewünscht", sagte Rot-Weiss Essens Vorsitzender Michael Welling anschließend. "Auch über Rot-Weiss Essen wird manchmal kritisch oder gar negativ berichtet. Auch wir ärgern manchmal über die eine oder andere Berichterstattung. Aber dies immer geprägt von Fairness, Respekt und hoher Wertschätzung gegenüber den Vertretern der Presse."

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Sowohl Rot-Weiss Essen und das Schauspiel Essen wollten die gemeinsame Aktion somit als Statement für Pressefreiheit verstanden wissen. Diese Erklärung wiederum darf man durchaus für bare Münze nehmen.

(ak)