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Regionalliga West: Marco Cirillo sucht neue Herausforderung

Probetraining beim KFC : Kämpfer Cirillo will wieder angreifen

Der offensive Mittelfeldspieler soll eigentlich dabei mithelfen, Uerdingen in der Regionalliga zu halten. Doch noch immer steht nicht fest, ob die Krefelder auch wirklich den Ligabetrieb aufrechterhalten können. Daher sucht der ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach nun eine Alternative.

Die Corona-Pandemie hat allen Fußballvereinen in Deutschland zugesetzt. Vor allem aber die Klubs ab der Regionalliga abwärts spüren die Auswirkungen der Krise enorm. Und natürlich auch die Spieler, die dort unter Vertrag stehen. Besonders hart hat es die Akteure getroffen, deren Verträge während der Pandemie ausgelaufen sind. Marco Cirillo ist einer von ihnen. Der heute 22-Jährige ist einer dieser Spieler, die einen entscheidenden Pass in die Tiefe spielen können. Zudem ist er ein Experte für Standardsituationen. So ein Spieler ist eigentlich heiß begehrt. Doch für ihn kam Corona zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt.

Der heute 22-Jährige spielte vor knapp eineinhalb Jahren in der U23 von Borussia Mönchengladbach eine gute Saison und war gerade dabei, sich für Aufgaben in einer höheren Liga zu empfehlen, als der Spielbetrieb in der Regionalliga West ausgesetzt wurde. Doch Cirillo wollte mehr und wechselte anschließend zum Berliner AK. Ein Fehler – auch von seinem damaligen Berater –, wie sich schnell herausstellen sollte. „Im Nachhinein weiß ich, dass ich einfach schlecht beraten war. Ich habe schon nach der ersten Woche direkt gespürt, dass es nicht passt“, sagt er. Zusätzlich dazu wurde auch noch die Regionalliga Nordost abgebrochen – erneut wegen Corona. „Fast ein Jahr lang kein Fußball mehr spielen zu können, war schon brutal für mich“, sagt Cirillo. „Aber mir hat die Zeit auch sehr dabei geholfen, zu mir selbst zu finden.“

Vor einem halben Jahr löste er dann in Berlin seinen Vertrag auf und trainiert seitdem individuell, um für ein neues Engagement bereit zu sein. Seit einigen Wochen ist er nun beim KFC Uerdingen im Probetraining. Die Krefelder haben zwar großes Interesse an einer Verpflichtung, momentan können sie ihm aber keine Zusage für eine Spielzeit in der Regionalliga geben. Die ungeklärte finanzielle Zukunft des KFC lässt dies derzeit noch nicht zu. Ob sich das in den kommenden Tagen oder Wochen ändern wird, bleibt fraglich. „Ich bin sehr bewusst zum KFC gegangen. Patrick Schneider hat absoluten Respekt verdient“, sagt er über den Mann, der sich in Uerdingen derzeit um den sportlichen Bereich kümmert. Cirillo weiter: „Ich bin ein Kämpfer. Ich wollte mich dem KFC anschließen und dort als Führungsspieler alles dafür tun, um diesen Traditionsverein in der Regionalliga zu halten.“

Doch Cirillo will sich verständlicherweise nicht nur auf diese vage Option verlassen. Der offensive Mittelfeldspieler, der in 57 Partien in der Regionalliga West insgesamt 17 Scorerpunkte verbuchen konnte, würde gern Planungssicherheit für die kommende Saison haben. „Ich habe mit Patrick Schneider schon darüber gesprochen und wir sind sehr ehrlich miteinander. Er weiß, dass ich in den vergangenen drei Wochen schon mehreren Vereinen aus der Regionalliga abgesagt habe, weil mein Fokus komplett auf dem KFC lag“, sagt er. „Aber jetzt muss ich langsam umdenken, um nicht plötzlich wieder ohne Vertrag da zu stehen. Ich bin offen für alles und kann jedem Verein versprechen, dass ich sehr gereift bin und mich für die Mannschaft, den Verein und den Fans zerreißen würde.“

(RP)