Jugendfußballer von Lok Leipzig posieren mit Hitlergruß

Strafanzeige gegen Co-Trainer gestellt: Jugendfußballer von Lok Leipzig posieren mit Hitlergruß

Der Fußballverein Lokomotive Leipzig hat darauf reagiert, dass Spieler seiner B1-Jugendmannschaft am vergangenen Wochenende mit dem Hitlergruß für ein Foto posiert hatten.

Gegen den Co-Trainer, der die Spieler zu der Pose aufgefordert hatte, sei Strafanzeige gestellt und ein lebenslanges Hausverbot erteilt worden, teilte der Klub über Facebook mit. Die Vereinsführung hat einen weiteren Nachwuchs-Trainer entlassen und die Mannschaft wurde bis zum Saisonende vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Der Vorfall hatte sich auf dem Klubgelände ereignet.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb der Verein am Freitagabend: "Beim Zeigen dieses Grußes handelt es sich nicht nur um den Straftatbestand der Volksverhetzung. Er steht stellvertretend für die millionenfache Ermordung von Menschen in einem Unrechtssystem. Das ist also weder ein Kavaliersdelikt noch eine Provokation oder gar ein 'Spaß'."

Der 1. FC Lok kündigte an, gemeinsam mit dem Landessportbund und dem Fanprojekt Leipzig verschiedene Workshops für diese Jugendlichen durchzuführen. Laut "Bild" habe es zudem einen Elternabend gegeben.

Der Verein, der 2003 neu gegründet worden war und kein direkter Nachfolger des gleichnamigen Europapokal-Finalisten der Pokalsieger von 1987 ist, änderte nach dem Vorfall sein Profilbild bei Facebook, dort ist nun unter dem Klublogo der Schriftzug "Gegen Nazis" zu lesen.

Der Hitlergruß ist in der Bundesrepublik Deutschland durch Paragraph 86a des Strafgesetzbuches (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) unter Strafe gestellt. Das Strafmaß sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

(can)