BUND fordert schnelles Verbot von Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen

Keine langen Übergangsfristen : BUND fordert schnelles Verbot von Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht ein Verbot von Kunststoffgranulat auf Kunstrasenplätzen als unausweichlich an.

„Das Granulat gelangt in die Umwelt, insbesondere der Eintrag ins Wasser, zum Beispiel durch Witterung oder Stollenschuhe, kann nur unzureichend verhindert werden“, sagte Nadja Ziebarth, BUND-Expertin für Mikroplastik, am Dienstag mit, „sobald es einmal in der Umwelt ist, gibt es keine Möglichkeit, Mikroplastik wieder aus Boden und Gewässern herauszuholen.“

Die in Helsinki ansässige Europäische Chemikalienagentur (Echa) hatte Ende Juli ein schnelles Verbot von Granulat als Füllmaterial für Kunstrasen abgelehnt. Der Spielbetrieb in den betroffenen Sportstätten könnte zunächst fortbestehen, hieß es in einer Mitteilung. Die Plätze wären erst vom Verbotsvorschlag betroffen, wenn die Bestände von bisherigem Füllmaterial aufgebraucht seien. Eine geeignete Übergangsfrist für Plätze mit Mikroplastik als Füllmaterial werde geprüft.

Dagegen belege laut Ziebarth eine Recherche der Umweltorganisation, dass Kunstrasenplätze die fünftgrößte Eintragsquelle von Mikroplastik in die Umwelt in Deutschland seien. „Wir halten – anders als der Deutsche Fußball-Bund – nichts von langen Übergangsfristen. Mikroplastik im Kunstrasen ist schon jetzt eine Gefahr für unsere Umwelt und muss ebenso wie Mikroplastik in Kosmetik- und Reinigungsartikeln schnell verboten werden“, so Ziebarth, die betont, dass es dem BUND nicht um ein grundsätzliches Verbot von Kunstrasenplätzen gehe.

Die Expertin fordert schnelle Alternativen sowie finanzielle Unterstützung für kleinere Vereine. „Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesinnenminister Horst Seehofer sollten sich schnellstmöglich mit dem DFB zusammensetzen und eine tragfähige Lösung für Umwelt und Vereine auf den Weg bringen“, meinte Ziebarth.

(ako/dpa)
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