Die zweite Liga zeigt sich in der Halle bestens motiviert: Als Konsequenz starten fünf "Zweitklässler" beim Masters

Die zweite Liga zeigt sich in der Halle bestens motiviert : Als Konsequenz starten fünf "Zweitklässler" beim Masters

Berlin (dpa). Das Problem ist alt, die Konsequenz neu: Unter dem Hallendach ist die zweite Liga besser motiviert als die Prominenz aus dem Fußball-Oberhaus. So starten am Wochenende beim Finalturnier um den DFB- Hallenpokal mit Energie Cottbus, Greuther Fürth, den Stuttgarter Kickers, Borussia Mönchengladbach und TeBe Berlin gleich fünf Zweitliga-Vertreter, während sich in den vier Qualifikations- Turnieren nur drei Bundesligisten eine Startberechtigung für die Münchner Olympia-Halle erworben haben. Für Freiburgs Trainer Volker Finke ist der Indoor-Kick mehr denn je ein "schmaler Grat": Einerseits sei das Hallenparkett gefährlich, andererseits würde ein nur "halber Einsatz das Publikum verärgern".

<

p class="text">

<

p class="text">Vor dem Finale in München wurde beim letzten "Ausscheidungs-Turnier" in Berlin mit einem Sieger Tennis Borussia, einem Zweiten Fürth, gescheiterten Erstligisten, einem schwer verletzten Freiburger Laszlo Kanyuk (Ellenbogen-Fraktur), fehlenden Kunststücken und leeren Rängen noch einmal deutlich, warum der Hallen-Fußball in der aktuellen Form bei vielen Experten auf der Streichliste steht.

<

p class="text">"Vom jetzigen System profitieren vor allem die finanzschwächeren Zweitligisten", meinte Hertha-Trainer Jürgen Röber. Am aufstrebenden Hauptstadt-Club ist die Wandlung beim Thema Hallen-Spektakel am besten auszumachen: Noch vor einigen Jahren füllte das Traditionsturnier drei Tage lang die Deutschland-Halle, jetzt war die kleinere Schmeling-Halle an zwei Tagen nicht mal zur Hälfte besetzt.

<

p class="text">Die Bundesliga GmbH als Veranstalter war von der fehlenden Resonanz in der Hauptstadt stark enttäuscht: "Seit 1998 hat es kein Hallen-Turnier mit weniger als 80 Prozent Auslastung gegeben", äußerte GmbH-Vertreter Götz Bender. Die Gründe seien vielschichtig. Herthas Geschäftsstellen-Leiter Matthias Huber sah vor allem in der "angenehmen Übersättigung durch Champions League, Bundesliga und Pokalspiele" das Desinteresse begründet.

<

p class="text">Allerdings erwies sich auch die Zusammenstellung mit gleich vier Vereinen aus dem tiefen Süden als Eigentor. Die wären besser in Stuttgart aufgetreten, empfand Röber. "Nach Berlin gehören Rostock, Wolfsburg, Cottbus und Hannover." Wohl nur die halbe Miete: Die Fans wollen auch in der Halle die Besten sehen - Bayern, Bremen, Dortmund, und nicht erst im Finale.

<

p class="text">Winfried Schäfer, für den die zweite TeBe-Teilnahme am Masters in Folge "sehr wichtig für das Image des Clubs" ist, hat eine zu negative Diskussion als "Totengräber" des Hallen-Fußballs ausgemacht. "Wenn es heißt, das ist ein scheiß Film, dann gehe ich auch nicht ins Kino", bemerkte der Sieger-Trainer.

<

p class="text">Allerdings wurde den Wenigen, die sich trotzdem für den "schlechten Streifen" entschieden hatten, für einen "halben Hunni" mehr Kampf als Kunst um die 200 000 Mark Antrittsgeld für München geboten. Selbst das Halbfinal-Aus der "alten Dame" ausgerechnet gegen den Erzrivalen TeBe wurde von den Hertha- Fans und -Spielern nicht mehr als Katastrophe gewertet. Den Motivations-Unterschied macht auch hier TeBe-Stürmer Ansgar Brinkmann deutlich: "Gegen Hertha zu verlieren, ist ein bisschen wie Sterben. Deshalb haben wir bis zum Schluss gekämpft."

<

p class="text">Die Gruppen beim Masters

<

p class="text">Gruppe A: FC Bayern München, FC Energie Cottbus, SpVgg Greuther Fürth

<

p class="text">Gruppe B: Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, Stuttgarter Kickers

<

p class="text">Gruppe C: Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach

Gruppe D: TSV 1860 München, Tennis Borussia Berlin, FC Hansa Rostock

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE