Fans protestieren gegen Sicherheitskonzept: 12 Minuten und 12 Sekunden Schweigen

Fans protestieren gegen Sicherheitskonzept: 12 Minuten und 12 Sekunden Schweigen

Die Fans aus der 1. und 2. Fußball-Bundesliga wollen mit einer konzertierten Schweigeaktion gegen das geplante Sicherheitskonzept protestieren. 12 Minuten und 12 Sekunden soll es an den drei Spieltagen vor dem 12. Dezember, wo bei der Vollversammlung des Ligaverbandes in Frankfurt/Main das Papier verabschiedet werden soll, in den Fankurven still sein.

"Wir gehen von einer flächendeckenden Aktion aus", sagte Philipp Markhardt, Sprecher von "12doppelpunkt12" am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Mehrere Fanorganisationen von Vereinen haben bereits ihre Teilnahme im Internet angekündigt.

Beschlossen worden war die Aktion bei einem Treffen von Ultra-nahen Gruppierungen von 47 Vereinen am Rande des offiziellen Fan-Treffens zum Thema Gewalt im Fußball am 1. November in Berlin.

Die Aktion "12doppelpunkt12" beginnt in der kommenden Englischen Woche der 1. und 2. Liga. Da die 3. Liga am Dienstag und Mittwoch nicht spielt, wollen Anhänger bereits am Wochenende protestieren. Am 8. Dezember seien zudem Demonstrationen in verschiedenen Städten geplant, sagte Markhardt, der auch Sprecher von "Pro Fans" ist.

St. Pauli lehnt Sicherheitskonzept ab

Auch Zweitligist FC St. Pauli lehnt den abgeänderten Maßnahmenkatalog ab. Für die Vereinsverantwortlichen ist ein gemeinsamer Diskussionsprozess mit Fanvertretern für eine adäquate Abstimmung solch eines Katalogs notwendig.

Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, sei dies aufgrund des sehr engen Zeitfensters aber nicht in ausreichendem Maß möglich. Die DFL-Kommission "Sicheres Stadionerlebnis" hatte die Vereine dazu aufgerufen, den veränderten Katalog bis zum 22. November zu kommentieren und im Nachgang am 12. Dezember darüber abzustimmen.

St. Pauli bekräftigte noch einmal seine bereits im Sommer in einem Brief an DFB und DFL mitgeteilte Auffassung, dass der Verein nur solchen Anträgen zustimmen kann, die das Ergebnis umfassender Diskussion mit Fanvertretern sind. Dies sehe das Präsidium der Hamburger derzeit als nicht gegeben an.

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(dpa/sid)
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