1. FC Nürnberg: Diskussionen über Ablösung von Trainer Michael Köllner

Nach 15 Spielen ohne Sieg : Nürnberg diskutiert über Ablösung von Trainer Köllner

Der stark abstiegsgefährdete 1. FC Nürnberg steht wieder einmal vor unruhigen Tagen. Der Aufsichtsrat beschäftigt sich bereits mit der Zukunft von Trainer Michael Köllner.

Aufstiegstrainer Michael Köllner galt beim 1. FC Nürnberg lange Zeit als unantastbar. Doch nach 15 Ligaspielen ohne Sieg in Serie hat sich der Wind gedreht. Über die Zukunft des 49-Jährigen wird spätestens seit dem 0:2 im Kellerduell bei Hannover 96 lebhaft diskutiert. Nach Informationen mehrerer Medien hatte sich der Aufsichtsrat des Club noch am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung getroffen.

Laut kicker vertagte sich das Gremium jedoch ohne Ergebnis. Die Gespräche sollten am Montag fortgesetzt werden. Laut Bild führt der FCN zudem bereits Gespräche mit potentiellen Nachfolgern.

Im Aufsichtsrat des fränkischen Traditionsvereins seien die Zweifel an Köllner längst gewachsen, hieß es. "Wir befinden uns in einem laufenden Prozess. Die Drähte laufen heiß, aber ich werde jetzt keine Wasserstandsmeldungen abgeben", sagte Aufsichtsratschef Thomas Grethlein der Bild.

Allerdings kann der Aufsichtsrat nur eine Empfehlung aussprechen, eine Entlassung von Köllner müsste der FCN-Vorstand vornehmen. Und Sportvorstand Andreas Bornemann hatte dem angeschlagenen Coach nach dem Spiel in Hannover zum wiederholten Male vehement den Rücken gestärkt.

"Ich sehe keinen Ansatzpunkt, darüber zu diskutieren", sagte Bornemann bei Sky: "Mit elf gegen elf hätten wir gute Chancen gehabt, die Mannschaft ist intakt, deshalb stellt sich die Frage für mich nicht." Vielmehr hatte er Schiedsrichter Tobias Welz die Verantwortung für die erneute Niederlage zugeschoben.

Inzwischen soll aber auch Bornemann im Umfeld umstritten sein. Dem 47-Jährigen wird vor allem die arg defensive Transferpolitik im Winter angelastet. Zwar standen Bornemann angesichts der prekären finanziellen Situation beim Altmeister nur wenig Mittel zur Verfügung, aber mehr Phantasie als bei der Verpflichtung des vereinslosen Offensivspielers Ivo Ilicevic hätten sich viele Anhänger dann doch gewünscht. "Natürlich hätte uns jeder Spieler geholfen", sagte Kapitän Hanno Behrens.

Aber auch einige Entscheidungen des Trainers werfen beim neunmaligen deutschen Meister Fragen auf. Besonders der Umgang mit Aufstiegsheld Mikael Ishak sorgt für Kritik. Köllner ignorierte den torgefährlichen Schweden in dieser Saison oft. Gegen Bremen sorgte Ishak beim 1:1 für den umjubelten Ausgleich, nur um in Hannover 88 Minuten wieder auf der Bank zu sitzen.

Aktuell ist der Club mit zwölf Punkten nach 21 Spielen Letzter, liegt aber nur drei Zähler hinter dem Relegationsplatz. Im nächsten Ligaspiel ist am 18. Februar ausgerechnet Spitzenreiter Borussia Dortmund der Gegner.

Köllner hatte den Club am 7. März 2017 von Alois Schwartz übernommen. In der Spielzeit 2017/18 hatte er die Nürnberger zum Aufstieg in die 1. Liga geführt. Der Bonus scheint nun aufgebraucht.

(ako/sid)
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