Fans des 1. FC Magdeburg wenden in Bochum Gewalt gegen Polizisten an

25 Festnahmen und Verletzte : Magdeburg-Fans greifen Polizisten an

Fans des 1. FC Magdeburg sollen sich vor dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum einer Polizei-Kontrolle widersetzt haben. Dabei soll es teilweise zu Übergriffen gekommen sein.

Magdeburger Fußballfans haben sich laut Bundespolizei am Samstag vor dem Zweitliga-Spiel in Bochum Kontrollen widersetzt und aggressiv gezeigt. Vereinzelt sei es zu gewalttätigen Übergriffen auf Beamte gekommen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Drei Polizisten seien verletzt worden, aber dienstfähig geblieben. Einige Gleise am Hauptbahnhof mussten gesperrt werden, weil einige Fans darüber liefen, um Kontrollen zu entgehen. Dies habe zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr geführt.

Die Bundespolizei leitete 30 Strafverfahren wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Widerstandes, Körperverletzung, Beleidigung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein. 25 Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen.

Etwa 650 Fans, die in einem Sonderzug angereist waren, hatten durch Abtasten auf mitgeführte Pyrotechnik hin überprüft werden sollen. Einige sollen Minuten vor der Einfahrt des Zuges in den Bochumer Hauptbahnhof eine brennende Fackel aus dem Fenster geworfen haben.

Weil sich ein Teil der Angereisten bei den Kontrollen zunächst unkooperativ zeigte, ordnete die Polizei den Angaben zufolge Zwangsmaßnahmen an. Viele Fans hätten sich schließlich doch gefügt, allerdings die erste Halbzeit der Partie, die die abstiegsbedrohten Magdeburger mit 2:4 verloren, verpasst.

Der Verein „Fanhilfe Magdeburg“ beklagte sich in einer Mitteilung darüber, dass die Fans grundlos von der Polizei festgesetzt worden seien, und bezeichnete die Maßnahmen als Schikane. Die Kontrollaktion habe aufgrund der „enormen Zahl an Polizeikräften vor Ort einen lang geplanten Eindruck“ gemacht, heißt es darin.

„Wir wollten verhindern, dass die Fußballanhänger weitere Pyrotechnik im Bahnhof zünden und damit andere Reisende gefährden“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage.

Während der Rückreise erreichten die Magdeburger Fans den Angaben zufolge zunächst friedlich den Hauptbahnhof. Bei einer Auseinandersetzung zweier Gastfans im Personentunnel sei dann aber ein 39-Jähriger am Boden liegend gegen den Kopf getreten worden. Ein 48-jähriger Mann habe auf dem Weg zum Bahnsteig einen Bundespolizisten angegriffen. Bei der Abwehr des Angriffs durch Einsatzkräfte sei er am Kopf verletzt worden.

(sef/dpa)
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