Insolvenz angemeldet: 1. FC Magdeburg vor dem Zwangsabstieg

Insolvenz angemeldet: 1. FC Magdeburg vor dem Zwangsabstieg

Magdeburg (rpo). Ein traditionsreicher Club aus Ostdeutschland steht vor dem bitteren finanziellen Aus. Am Mittwoch meldete der FCM die Insolvenz an und macht einen Platz in der Regionalliga frei.

Der einzige Europacup-Gewinner der DDR konnte die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geforderten Lizenzauflagen bis zum letztmöglichen Termin am Mittwoch, 16 Uhr, nicht erfüllen. Der FCM wollte noch am Mittwoch beim Amtsgericht einen Insolvenz-Antrag stellen.

Dem Tabellenzwölften der Nord-Staffel fehlten Bürgen oder Sponsorengelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Der dreimalige DDR-Meister und siebenmalige DDR-Pokalsieger muss nun sogar um einen Platz in der Oberliga fürchten. Das komplette Präsidium mit Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper an der Spitze trat zurück.

Vom Regionalliga-Zwangsabstieg der Magdeburger dürfte der Dresdner SC profitieren, der nach eigenen Angaben dem DFB fristgemäß die notwendigen Unterlagen überreicht hat. Bei den Sachsen, Tabellen-16. der abgelaufenen Saison, soll eine Bürgschaft über rund 500.000 Euro notwendig gewesen sein.

Der mit rund vier Millionen Euro Verbindlichkeiten belastete FCM hatte in den letzten Tagen erfolglos mit Banken und Unternehmen verhandelt. Ein Kreditinstitut hätte immerhin für 1,3 Millionen Euro gebürgt, für die restliche Summe fand sich aber keine Lösung.

Für die kommende Saison plante der Verein mit einem Etat von 2, 5 Millionen Euro. Eine Million Euro davon sollte an das Finanzamt wegen bereits erteilter Haftungsbescheide überwiesen werden. Das Minus rührt nach Vereinsangaben aus nicht eingehaltenen Zahlungsverpflichtungen des Partners Sportwelt, der zudem die Vermarktungsrechte nicht an den erst im Vorjahr aufgestiegenen Verein zurückgeben wollte.

(RPO Archiv)
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